Das kostet: So stark sinkt Produktivität bei Hitze – auch im Büro

Karin Aebischer
Karin Aebischer

Zürich,

Studien zeigen: Mit zunehmender Hitze geht die Arbeitsproduktivität zurück. Das ist teuer. Je nach Klimaszenario steigen die Kosten in Zukunft deutlich an.

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Ob im Büro oder auf dem Bau: Die Hitze lähmt die Produktivität. - pexels/keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Pro zusätzlichem Grad über 30 °C sinkt die Produktivität um etwa drei Prozent.
  • Gleichzeitig steigen für Unternehmen die Energiekosten.
  • David Bresch von der ETH sagt: Je weniger Klimaschutz, desto höher die Hitze-Kosten.

«Extreme Hitze ist längst kein kurzfristiges Wetterphänomen mehr, sondern ein struktureller wirtschaftlicher Schock». Das sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der Kreditversicherer hat die Auswirkungen der Hitze auf das Wirtschaftswachstum untersucht. Und zeigt auf, dass die Produktivität ab Temperaturen über 30 Grad schmilzt.

Gleichzeitig steigen dabei die Energiekosten. «Das lähmt industrielle Volkswirtschaften», warnt Bogaerts.

Die Allianz-Studie zeigt auf: Pro zusätzlichem Grad über 30 °C sinkt die Produktivität um etwa drei Prozent. Gleichzeitig steigen die Energiekosten um etwa 1,2 Prozent pro Grad durch einen höheren Kühlbedarf.

Extreme Hitze entwickle sich somit zu einer wachsenden Belastung für die Wirtschaft, so die Allianz mit Bezug auf Deutschland.

Experte: Ohne Klimaschutz verdreifachen sich Kosten

Eine ETH-Studie aus dem Jahr 2020 zeigt die Hitze-Auswirkungen im Kanton Zürich.

So kann der hitzebedingte Produktivitätsausfall nur schon im Kanton Zürich über 100 Millionen Franken jährlich erreichen. David Bresch, Professor für Wetter- und Klimarisiken an der ETH Zürich, sagt zu Nau.ch: «Ohne Klimaschutz kann sich dies bis Mitte des Jahrhunderts verdreifachen.»

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Die Unterschiede zwischen den Szenarien mit und ohne Klimaschutz sind erheblich. - AWEL

Eine Folgestudie der ETH (2022) zeigt auf, dass mit zunehmender Hitze die Arbeitsproduktivität zurückgeht. Dies besonders bei körperlichen Arbeiten im Freien, aber auch bei Bürotätigkeiten (siehe Grafik).

Die modellierten mittleren jährlichen Kosten durch hitzebedingten Produktivitätsverlust in der Schweiz betragen gemäss dieser Studie rund 665 Millionen Franken.

Dies gilt für die Jahre um 2020. Je nach Klimaszenario dürften diese mittleren jährlichen Kosten bis 2080 also deutlich ansteigen.

Arbeitszeiten müssen flexibler werden

Vorausschauendes Handeln lohne sich somit, sagt David Bresch.

Die Schweizer Klimaszenarien 2025 und die kürzlich veröffentlichte Handlungsempfehlung dazu würden allen Akteuren erlauben, diese Informationen in ihr Kalkül einzubeziehen. Und ihre Klimaresilienz zu stärken.

Schwitzt du bei Hitze an deinem Arbeitsplatz?

Arbeitszeiten flexibler zu gestalten mache Sinn, sagt Bresch zu möglichen Massnahmen im Arbeitsalltag. Der Einsatz von Klimaanlagen hingegen müsse sorgfältig geprüft und geplant werden. «Man denke an Lärm und Stromverbrauch.»

Sein Fazit: «Der Klimawandel findet statt. Doch die Anpassung an den Klimawandel wird an Grenzen stossen. Klimaschutz ist darum zwingend nötig.»

Unternehmen seien gefordert, ihren Beitrag zu leisten und Netto Null zügig anzustreben.

Kommentare

User #2167 (nicht angemeldet)

Klimaschutz ist gar nicht möglich.

User #1220 (nicht angemeldet)

Produktivität in einem Büro??? Witz des Tages oder was!!

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