Leichtathletik-EM: Jason Joseph holt Gold über 110 m Hürden!
An Tag 3 der Leichtathletik-EM gibt es die nächste Schweizer Medaille: Jason Joseph krönt sich über 110 m Hürden zum Europameister!

Im Überblick
13- Jason Joseph ist Europameister!
- Huber und Portmann laufen Saisonbestzeit
- Hoenke läuft in den Final!
- Kambundji chancelos – auch Pointet out
- Portmann reisst früh – Huber überspringt 1,96 m
- Zehnkämpfer treten zum Kugelstossen an
- Brand schafft persönliche Bestleistung
- Zehnkämpfer Portmann fällt nach Weitsprung auf Platz 4
An der Leichtathletik-EM in Birmingham steht der dritte Tag auf dem Programm. Am Dienstag durfte die Schweiz erstmals jubeln: Simon Ehammer holt Silber im Weitsprung. Auch heute sind mehrere Schweizer im Einsatz. Unter anderem: Jason Joseph über 110 Meter Hürden.
Schweizer Einsätze am Mittwoch (Abend)
Zehnkampf Männer – Hochsprung: Leon Krummenacher überspringt die 1,87 m und beendet dann den Wettkampf. Nino Portmann schafft die Marke ebenfalls, reisst dann aber bei 1,9 Meter dreimal. Andrin Huber überspringt die 1,90 m, die 1,93 m und die 1,96 m jeweils im ersten Versuch.
Jason Joseph läuft über 110 m Hürden souverän in den Final.
Die Schweiz ist über 200 m der Frauen im Final vertreten! Nicht etwa durch Mujinga Kambundji, sondern durch Fabienne Hoenke. Sie läuft persönliche Bestzeit und ist morgen Abend in der Medaillenentscheidung mit dabei. Iris Caligiuri und Léonie Pointet scheidet aus.
Andrin Huber und Nino Portmann überzeugen über 400 m und laufen in ihren jeweiligen Heats auf die Plätze vier und drei. Leon Krummenacher wird im fünften Wettkampf des Zehnkampfes Sechster.
Es ist vollbracht: Jason Joseph gewinnt EM-Gold über 110 m Hürden!
Jason Joseph holt Gold über 110 m Hürden! Mit 13,12 Sekunden krönt sich der 27-Jährige Basler zum Hürdensprint-Europameister.
Für Joseph ist es die zweite Medaille über diese Distanz an einem Grossanlass. Vor zwei Jahren lief er vor zwei Jahren in Rom zu EM-Bronze.

«Bei den letzten zwei Hürden war es knapp», sagt Joseph nach dem Rennen zu SRF. «Aber ich habe es ins Ziel gerettet, das ist alles, was zählt.»
Leon Krummenacher läuft im Zehnkampf über 400 m eine neue persönliche Bestzeit. In 50.30 Sekunden läuft er auf Platz sechs in seinem Heat.
Andrin Huber zeigt ein starkes Rennen und läuft in 48,11 Sekunden auf Platz vier. Für den 22-Jährigen ist es eine deutliche Saisonbestleistung.
Nino Portmann kann in seinem Heat ebenfalls überzeugen und wird mit 48.06 Sekunden starker Dritter. Damit glückt ihm der Abschluss des ersten Tages.
Mujinga Kambundji bleibt über 200 m ohne Chance. Die Bernerin läuft in 23.81 Sekunden auf Rang sieben, Léonie Pointet scheidet als Fünfte in 23.10 Skeunden ebenfalls aus.
Nach dem Rennen sagt Kambundji: «Ich habe schon beim Aufwärmen gemerkt, dass ich nicht mega explosiv bin. Hinten raus konnte ich es nicht halten. Letzte Woche im Training hat es sich besser angefühlt.»

Der Finaleinzug ist Tatsache: Jason Joseph läuft in seinem Heat auf Platz eins und läuft ab 22.47 Uhr über die 110 m Hürden um die Medaillen. Seine Zeit stoppt bei 13,38 Sekunden.
Fabio Küchler verpasst die Sensation deutlich: Er muss sich in seinem Lauf mit Rang sechs begnügen. Mit 13,66 Sekunden läuft er die zweitbeste Zeit seiner Karriere.
Nino Portmann überspringt 1,87 Meter im ersten Versuch, bleibt dann aber bei 1,90 m dreimal hängen.
Besser ergeht es Andrin Huber, der die Marke im ersten Versuch knackt. Auch über die 1,93 m und die 1,96 m springt der St.Galler. Bei fast zwei Metern will es dann nicht klappen.

Leon Krummenacher schafft die 1,87 m Marke, beendet dann aber den Wettkampf. Grund dafür sind Schmerzen in den Füssen.
Im dritten Wettkampf steht für die Zehnkämpfer das Kugelstossen an. Nino Portmann steht nach drei von zehn Wettbewerben auf dem sechsten Platz. Andrin Huber steht auf Position 15, Leon Krummenacher ist auf Platz 24.
Nino Portmann entgleitet die Kugel früh, damit misslingt sein Versuch völlig. Am Ende ist dieser sogar ungültig. Beim Zweiten stösst Portmann genau 14 Meter. Der letzte Versuch ist wieder ungültig. Im Gesamtklassement wird Portmann damit deutlich zurückfallen.
Andrin Huber zeigt direkt eine starke Leistung: 14,57 Meter erreicht er mit dem ersten Wurf. Der Zweite gerät etwas Kürzer. Mit dem Dritten gelingt nochmal eine kleine Steigerung: Mit 14,62 Meter beendet er den Wettkampf.
13,47 Meter schafft Leon Krummenacher mit seinem ersten Stoss. Beim Zweiten verdreht er sich aber und hat damit einen Fehlversuch. Bei Krummenacher ist der dritte Versuch erneut ungünstig – er kommt weiter nicht wirklich auf Touren.
Dany Brand ist im Halbfinal über 400 m Hürden dabei. Der 30-jährige Schweizer ist im Lauf mit vielen Topfavoriten ordentlich mit dabei. In seinem ersten EM-Halbfinal erreicht er den vierten Platz in seinem Lauf. Mit 48,96 stellt er seine persönliche Bestleistung ein.
Als zweite Disziplin der Zehnkämpfer steht der Weitsprung auf dem Programm. Dort liefert Nino Portmann unter Druck beim dritten Sprung ab, trotzdem fällt er im Gesamtklassement auf Platz 4 zurück.

Nino Portmann hat einen ungültigen ersten Versuch. Sein zweiter Sprung auf 7,16 Meter kann sich dafür sehen lassen. Im letzten Sprung geht Portmann aufs Ganze und belohnt sich: 7,43 Meter. Im Gesamtklassement ist er noch Vierter.
Andrin Huber geht auf Angriff und landet bei 6,72 Metern. Im zweiten Sprung knackt er die sieben Meter mit 7,06 knapp. Im dritten Versuch ist er zu spät am Absprung, die 7,06 bleiben stehen.
Leon Krummenacher landet bereits bei 6,19 Metern. Später verbessert er sich auf 6,5 Meter. Der dritte Versuch ist ungültig, die 6,5 Meter bleiben stehen. Damit fällt Krummenacher noch weiter zurück.
Für Mélanie Roland endet die EM über 400 m im Vorlauf. Sie erreicht in ihrem Lauf mit 52,35 als Vierte das Ziel. Zehn weitere Athletinnen sind im Nachgang aber noch schneller, damit scheidet Roland denkbar knapp aus. Ihr fehlen Hundertstel zu den Top 13 und damit der Halbfinal-Qualifikation.
Die Zehnkämpfer starten im Sprint über 100 m. Leon Krummenacher verliert nach gutem Start etwas an Boden, kommt aber mit 11,36 Sekunden ins Ziel. Deutlich schneller ist Andrin Huber mit 10,98.
Und auch der mit Abstand schnellste im Feld ist ein Schweizer: Nino Portmann zieht im dritten Lauf allen davon und stellt mit 10,69 Sekunden eine Bestzeit auf.
Um 21.20 Uhr geht Mujinga Kambundji heute Abend als Titelverteidigerin im 200m-Halbfinal an den Start. Um die EM-Medaillen wird sie bei ihrer Rückkehr auf die grosse Bühne nach ihrer Baby-Pause kaum mitlaufen. Die Bernerin ist aber stolz, überhaupt wieder dabei zu sein.
Im SRF-Interview erklärt die 34-Jährige, wie sich ihr Körper verändert hat. «90 bis 95 Prozent meines Körpers sind normal, aber die letzten fünf sind ganz anders. Dort merke ich, dass nicht das zurückkommt, was ich mir gewohnt bin.»

Das sei nicht ganz einfach. «Es ist, wie wenn du aufs Gaspedal drückst und es kommen nicht alle PS raus», so Kambundji.
«Ich muss mehr Aufwand betreiben für weniger Leistung. Darum brauche ich wohl auch mehr Erholungszeit – zudem merke ich, dass ich weniger explosiv bin.»
Ihr Ziel sei es zwar noch immer, das Maximum herauszuholen. «Ich weiss aber, dass mein Maximum in diesem Jahr ein anderes ist.»
Wie schon bei Géraldine Di Tizio-Frey am Auftakttag fehlen auch Hürden-Weltmeisterin Ditaji Kambundji an Tag zwei nur wenige Hundertstel zu einer EM-Medialle. Gegenüber SRF sagt sie danach: «Klar bin ich enttäuscht, hat es nicht ganz nach vorne gereicht.»

Die erste Schweizer Medaille wird an Tag zwei trotzdem zur Tatsache: Simon Ehammer gelingt im Weitsprung ein Satz auf 8,29 Meter – das bringt EM-Silber.
Am dritten Tag wäre eine Schweizer Medialle höchstens im Hürden-Final der Männer möglich. Davor muss sich Jason Joseph seinen Final-Platz aber erstmal im Halbfinal-Lauf verdienen.

Mit Mujinga Kambundji steht ausserdem eine Europameisterin im Einsatz. Die zweifache Titelverteidigerin über 200 Meter läuft um einen Platz im Final. Das wäre bereits ein grosser Erfolg: Nach ihrer Baby-Pause ist die 34-Jährige noch nicht wieder bei 100 Prozent.












