In Bosnien und Herzegowina sollen nach den Wahlen die Stimmen neu ausgezählt werden. Der Gewinner und seine Anhänger gingen deshalb am Dienstag auf die Strasse.
Der bosnische Serbenführer Milorad Dodik hat am Dienstag mit zehntausenden Anhängern in Banja Luka gegen eine Neuauszählung der Stimmen zur Präsidentschaftswahl in der serbischen Teilrepublik in Bosnien-Herzegowina demonstriert.
Der bosnische Serbenführer Milorad Dodik hat am Dienstag mit zehntausenden Anhängern in Banja Luka gegen eine Neuauszählung der Stimmen zur Präsidentschaftswahl in der serbischen Teilrepublik in Bosnien-Herzegowina demonstriert. - sda - KEYSTONE/AP/Armin Durgut
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • In Bosnien hat der serbisch-nationalistische Hardliner Milorad Dodik die Wahlen gewonnen.
  • Wegen einer gewaltigen Anzahl an Verstössen gegen das Wahlgesetz wird jedoch nachgezählt.
  • Dodik und seine Anhänger ginge deshalb am Dienstag als Protest auf die Strasse.

Der bosnische Serbenführer Milorad Dodik hat am Dienstag mit zehntausenden Anhängern in Banja Luka gegen eine Neuauszählung der Stimmen zur Präsidentschaftswahl in der serbischen Teilrepublik in Bosnien-Herzegowina demonstriert.

«Ich bin heute Abend hier, um ihnen zu sagen, dass Milorad Dodik nirgendwo hingeht. Milorad Dodik wird sehr bald im Präsidentenpalast sein», sagte Dodik im Zentrum der De-facto-Hauptstadt der Republika Srpska. Die Opposition wirft dem serbisch-nationalistischen Hardliner und Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin Wahlbetrug vor.

Bosniens zentrale Wahlkommission (CIK) hat eine Neuauszählung der Präsidentschaftswahl vom 2. Oktober angeordnet. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge gewann Dodik die Wahl mit 48 Prozent der Stimmen. Oppositionskandidatin Jelena Trivic kam demnach auf 43 Prozent.

Die Ergebnisse der Neuauszählung werden für Ende der Woche erwartet. CIK-Chef Suad Arnautovic warnte, es habe «eine gewaltige Anzahl von Verstössen gegen das Wahlgesetz» gegeben sowie «nie dagewesenen Druck auf die Wahlkommission».

Dodik strebt seine dritte Amtszeit als Präsident der serbischen Teilrepublik an. Der 63-Jährige ist seit mehr als 15 Jahren der Anführer der bosnischen Serben.

Mehr zum Thema:

Bosnien und HerzegowinaWladimir PutinOpposition