Schweizer Studie klärt Ursachen für den starken Smog in Sarajevo
Holzöfen, Kohleheizungen und Restaurantküchen sind die Hauptverursacher des winterlichen Smogs in Bosnien-Herzegowinas Hauptstadt Sarajevo. Das zeigt eine Studie des Paul Scherrer Instituts (PSI).

Im Winter sei der Himmel in Sarajevo noch stärker mit Feinstaub belastet als die Luft in der chinesischen Hauptstadt Beijing, schrieb das PSI in einer Mitteilung vom Donnerstag.
Um herauszufinden, warum dies so ist und wie sich die Luftqualität in der Stadt verbessern könnte, untersuchte ein internationales Forschungsteam unter Leitung des PSI die Luftverschmutzung in Sarajevo. Die Ergebnisse wurden nun im Fachblatt «Environment International» veröffentlicht.
Zwei Drittel der in Sarajevo durchgeführten Messungen lagen demnach über dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Tagesgrenzwert für Feinstaub.
Als Hauptursache für die hohe Feinstaubkonzentration wurde das Heizen mit Holz und Kohle in Wohnquartieren ausgemacht. Besonders in den westlichen und südlichen Stadtteilen, wo viele Haushalte auf feste Brennstoffe angewiesen sind, sind die Feinstaubkonzentrationen besonders hoch.
In den Abendstunden, wenn die Heizungen in Betrieb sind und sich die Schadstoffe in der kalten Luft stauen, ist die Belastung am grössten. In der Altstadt hingegen stammen die Emissionen hauptsächlich aus den Küchen der zahlreichen Restaurants.
Die gesundheitlichen Folgen dieser Luftverschmutzung sind laut dem PSI gravierend. Eine frühere Studie, an der auch die Forschenden des PSI beteiligt waren, schätzt, dass in Bosnien-Herzegowina jährlich bis zu 5000 Todesfälle verhindert werden könnten, wenn die Schadstoffbelastung halbiert würde.
Um die Luftqualität zu verbessern, schlagen die Forschenden vor, Gebäude besser zu dämmen und sie an das Gasnetz anzuschliessen. Darüber hinaus empfehlen sie den Ausbau fester Messstationen, um die Luftwerte kontinuierlich zu überwachen und gezielte Massnahmen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung zu ergreifen.














