Weil Käse 240 Euro kostet: Kundin und Verkäufer eskalieren auf Messe
Eigenen Angaben zufolge bemerkt eine Frau nicht, dass sie für ein Stück Käse 240 Euro zahlt. Sie sieht von Betrug, der Verkäufer widerspricht.

Anstelle eines Schnäppchens gab es für Messebesucherin Claudia B. in Straubing (D) einen Schock. Offenbar unabsichtlich zahlte sie an einem Stand der Forma Crazy Cheese für 700 Gramm Käse 240 Euro.
Ihr zufolge habe sie den Preis weder gesehen noch sei er ihr gesagt worden, bevor sie per Karte gezahlt habe. «Crazy Cheese»-Gründer Roland Ludomirska (53) hatte der Frau den Käse verkauft und widerspricht energisch.
Laut dem Österreicher seien alle Preise klar am Käselaib ausgeschildert und auf dem Lesegerät angezeigt worden, so der «Kurier». Die Kundin habe das Gewicht ihres Käsestücks selbst bestimmt und den Preis vor der Zahlung gehört.
Wenn Käse 240 Euro kostet
Claudia B. erklärte, erst im Nachhinein auf der Rechnung gesehen zu haben, dass das Stück Käse 240 Euro gekostet habe. Daraufhin sei sie zu dem Käsestand zurückgegangen, um den Verkäufer zur Rede zu stellen.
Der habe sich jedoch geweigert, die geforderte Erstattung durchzuführen. Letztlich rief Claudia B. die Polizei. Die leitete Ermittlungen ein, stellte aber keine strafbare Täuschung fest.
Zugleich empfahl sie der Kundin, den Vorfall zivilrechtlich prüfen zu lassen, wie der «Focus» meldet. Ludomirska erwägt derweil seinerseits rechtliche Schritte: Claudia B. habe sich rufschädigend an seinem Stand verhalten.
Mitbewerber spricht von «Fantasiepreisen»
Ein Käsehändler aus den Niederlanden sprach mit Blick auf die Preise von Crazy Cheese «Heute» gegenüber von «Fantasiepreisen». Er erklärte, dass es sich um handelsüblichen Käse handele, der deutlich günstiger erhältlich sei.

Die von Crazy Cheese beworbenen Exklusivitätsgarantien seien nicht haltbar. Der Händler selbst biete ähnliche Sorten bis zu einem Achtel des Preises an.
Auf der Messe hatte der deutsche Stand prominent mit Angeboten von 1,90 Euro pro 100 Gramm Käse gelockt. Am letzten Messetag, an dem sich der Vorfall ereignete, sei der beworbene Käse laut Ludomirska bereits ausverkauft gewesen, berichtete «Heute».
Käse als Lifestyleprodukt
Das Unternehmen Crazy Cheese wurde im Jahr 2020 von Roland Ludomirska gegründet, der lange einen Marktstand in Wien betrieben hat. Es vermarktet Käse als exklusives Lifestyleprodukt, die Preise sind jedoch umstritten und rufen Kritik hervor.

Crazy Cheese betreibt Verkaufsstände unter anderem auf Messen in Deutschland. Die Firma setzt auf auffälliges Marketing und spricht gezielt Kunden mit Interesse an besonderen Feinkostprodukten an.
Online häufen sich Negativbewertungen zu dem Unternehmen, oft ist mit Verweis auf die Preise von «Abzocke» die Rede. Das Produkt, das in Straubing zum Eklat führte, bleibt trotz Kontroverse unverändert im Angebot.