In der EU sinkt die Unterstützung für die Ukraine. Nur noch 48 Prozent befürworten Waffenlieferungen, 63 Prozent den EU-Beitritt.
EU-Bürger unterstützen weiter überwiegend eine Aufnahme der Ukraine in die EU und auch Waffenlieferungen an das Land - die Zustimmung ist aber nach mehreren Monaten Krieg leicht zurückgegangen. (Archivbild)
EU-Bürger unterstützen weiter überwiegend eine Aufnahme der Ukraine in die EU und auch Waffenlieferungen an das Land - die Zustimmung ist aber nach mehreren Monaten Krieg leicht zurückgegangen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/DPA Deutsche Presse-Agentur GmbH/CHRISTOPHE GATEAU
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Das Wichtigste in Kürze

  • In der EU sinkt die Unterstützung für die Ukraine.
  • Nur noch 48% sprechen sich für Waffenlieferungen aus, in Italien gar nur 36 Prozent.
  • Mit 63 Prozent befürwortet aber noch eine Mehrheit der Bürger eine Aufnahme der Ukraine.

EU-Bürger unterstützen weiter überwiegend eine Aufnahme der Ukraine in die EU und auch Waffenlieferungen an das Land – die Zustimmung ist aber nach mehreren Monaten Krieg leicht zurückgegangen.

Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Bertelsmann Stiftung in der gesamten EU hervor. Die Deutschen scheuen sich demnach stärker als der EU-Schnitt, für eine Energieunabhängigkeit höhere Kosten hinzunehmen.

Ukraine
Eine Solidaritäts-Kundgebung im November im deutschen Münster. - Keystone

Für die Erhebung befragte eupinions, das europäische Meinungsforschungsinstrument der Stiftung, im März, Juni und September mehr als 13'000 EU-Bürger. Die Befragung ist demnach repräsentativ für die EU, für Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, die Niederlande, Polen und Spanien.

In Deutschland sprachen sich im September nur mehr 48 Prozent für Waffenlieferungen an die Ukraine aus – im März waren es noch 57 Prozent gewesen. Auch EU-weit sank die Zustimmung leicht auf 50 Prozent. Mit 76 Prozent sprachen sich die Polen als direkte ukrainische Nachbarn am häufigsten für Waffenlieferungen aus. In Italien war die Zustimmung mit 36 Prozent am niedrigsten.

Entwicklung war zu erwarten

Während im März noch 72 Prozent der Deutschen bejahten, dass die EU selbst bei steigenden Preisen energieunabhängiger werden sollte, stimmten im September nur mehr 62 Prozent zu. EU-weit ging der Schnitt von 74 auf 67 Prozent zurück.

«Diese Entwicklung war angesichts der weiter sehr hohen Inflation und des Beginns der Heizperiode zu erwarten. Sie sollte auch weiterhin beobachtet werden. Denn sie birgt politisches Konfliktpotenzial», sagte Isabell Hoffmann, Europa-Expertin der Stiftung.

Mehrheit für EU-Beitritt der Ukraine

Immer noch knapp drei Viertel der Deutschen wollen der Umfrage zufolge, dass ukrainische Geflüchtete aufgenommen werden – im März waren es aber noch 86 Prozent gewesen.

Ausserdem sank in Deutschland und in der EU die Zustimmung, dass die Ukraine in den kommenden Jahren in die EU aufgenommen werden soll. Im März bejahten das noch 69 (EU) beziehungsweise 61 (Deutschland) Prozent, im September 63 beziehungsweise 55 Prozent.

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