Mitarbeitern des AKW zufolge halten sich russische Soldaten im Ukraine-Krieg ohne Schutzkleider in Tschernobyl auf. Jetzt müssen sie in eine Klinik in Belarus.
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Russische Soldaten haben sich Zeugenaussagen zufolge ohne Schutzkleider beim Atomkraftwerk in Tschernobyl und in verstrahlten Sperrgebieten aufgehalten. - dpa / Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Russische Soldaten befinden sich laut zwei Mitarbeitern ohne Schutzkleider in Tschernobyl.
  • Die Streitkräfte sollen durch verseuchtes Sperrgebiet gefahren sein.
  • Wegen Strahlenkrankheit müssen einige Soldaten nun in Belarus behandelt werden.

Bereits kurz nachdem der Ukraine-Krieg begonnen hatte, haben russische Streitkräfte das Atomkraftwerk in Tschernobyl unter ihre Kontrolle gebracht. Offenbar wussten viele Soldaten jedoch nicht, worum es sich beim AKW handelt, geschweige denn, welche Geschichte dieses aufweist.

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Gemäss zweier Mitarbeitender des Atomkraftwerks sind die Angreifer nämlich ohne Schutzausrüstung vor Ort. Zudem sollen sie im Gebiet um die Anlage kontaminiertes Gebiet befahren haben.

Ukraine-Krieg: Russische Tschernobyl-Soldaten werden in Klinik gebracht

So sei auch der Rote Wald durchquert worden, der am stärksten verseuchte Ort um Tschernobyl. Die Russen hätten dort radioaktiven Staub aufgewirbelt und wohl eingeatmet, teilten die Zeugen der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Nun scheinen erste russische Streitkräfte die sehr gefährlichen Konsequenzen des rücksichtslosen Verhaltens zu spüren. Bilder eines belarussischen Nachrichtenkanals sollen russische Soldaten zeigen, die in Bussen zu einer Klinik in Gomel in Belarus gebracht werden.

Diese Woche sollen bereits sieben solche Busse angekommen sein. Davon berichten britische Medien unter Berufung auf einen Mitarbeiter der ukrainischen State Agency.

«Niemand geht dorthin»

Der Rote Wald gilt als so verstrahlt, dass nicht einmal Experten das Gebiet betreten. «Niemand geht dort hin, um Gottes Willen. Niemand ist dort», sagte Valery Seida, Leiter der Anlage in Tschernobyl, gegenüber Reuters. Auch das restliche Gebiet ist nur für Mitarbeitende oder Personen mit einer Spezialgenehmigung zugänglich.

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