Ukraine-Krieg: Russen bombardieren Rotes Kreuz in Mariupol

    Simon Binz
    Simon Binz

    Ukraine,

    Im Ukraine-Krieg haben die Russen offenbar Lagerhäuser des Internationalen Roten Kreuzes angegriffen.

    Mariupol Ukraine-Krieg
    In der belagerten Hafenstadt Mariupol ist die Zerstörung riesig. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Mariupol haben die Russen ein Gebäude des Roten Kreuzes angegriffen.
    • Bilder zeigen ein Lagerhaus mit Löchern im Dach – das IKRK bestätigte den Angriff.
    • Alle dort gelagerten Hilfsgüter seien zu diesem Zeitpunkt bereits verteilt gewesen.

    Die umkämpfte Hafenstadt Mariupol wird im Ukraine-Krieg von den Russen regelrecht dem Erdboden gleichgemacht. Zahlreiche Gebäude sind völlig zerstört, in den Strassen werden provisorische Gräber errichtet. Und die Attacken der Putin-Soldaten dauern unvermindert an.

    Am Mittwoch wurde gemäss ukrainischen Angaben sogar eine Einrichtung des Roten Kreuzes in der belagerten Stadt angegriffen. «In Mariupol zielten die Besatzer auf das Gebäude des IKRK», teilte die Ombudsfrau Lyudmyla Denisova mit und fügte hinzu: «Das Gebäude war klar gekennzeichnet, mit einem roten Kreuz auf weissem Hintergrund.» Es wurde demnach von Flugzeugen und Artillerie angegriffen.

    Ukraine-Krieg
    Das Gebäude des Internationalen Roten Kreuzes in Mariupol wurde durch einen Russen-Angriff im Ukraine-Krieg beschädigt. - Twitter

    Eine IKRK-Sprecherin bestätigte, dass es sich bei den in den sozialen Medien verbreiteten Bildern um Lagerhäuser der Organisation handelt. Die Bilder zeigten ein Gebäude mit riesigen Löchern im Dach – und mit einem roten Kreuz.

    «Wir haben kein Team vor Ort, daher haben wir keine weiteren Informationen. Auch nicht über mögliche Opfer oder Schäden», sagte die Sprecherin und fügte hinzu: «Alle dort gelagerten Hilfsgüter wurden verteilt.»

    Der Angriff erfolgte, nachdem das IKRK dazu aufgerufen hatte, sich auf die Lieferung von Hilfsgütern und Fluchtkorridoren zu einigen. Es wird befürchtet, dass noch immer 160'000 Zivilisten in der Stadt Mariupol eingeschlossen sind. Es fehlt an lebenswichtigen Gütern.

    Neue Drohnenaufnahmen vom Ukraine-Krieg zeigten währenddessen apokalyptische Szenen in Mariupol. Das Ausmass der Zerstörung in der einst malerischen Hafenstadt ist unbeschreiblich. Trotz der schlimmen Lage warnte Putin, dass der Beschuss der Stadt erst enden werde, wenn die Ukrainer dort kapitulieren werden. Für Donnerstag wurde aber eine Feuerpause angeboten.

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