Interpol fordert seine Mitglieder zur Rückverfolgung der gelieferten Waffen im Ukraine-Krieg auf. Ansonsten könnten diese in kriminelle Hände geraten.
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Ukraine-Krieg: Interpol fordert seine Mitgliedstaaten auf, bei der Rückverfolgung von Waffen zusammenzuarbeiten. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahlreiche Länder unterstützen die Ukraine zurzeit mit Waffenlieferungen.
  • Interpol fordert, dass gelieferte Waffen an die Ukraine zurückverfolgt werden können.
  • Nach Kriegsende könnten diese sonst an kriminelle Organisationen geraten.

Seit Wladimir Putin im Februar den russischen Angriffskrieg gestartet hat, wird die Ukraine mit Waffenlieferungen aus der ganzen Welt unterstützt. Alleine die USA haben Militärhilfen im Wert von mehreren Milliarden Dollar zugesichert.

Doch die hohe Zahl an gelieferten Waffen bringt auch gewisse Gefahren mit sich: Die internationale kriminalpolizeiliche Organisation (Interpol) warnt vor Waffenlieferungen, die in falsche Hände geraten könnten.

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Die USA gehören zu den grössten militärischen Unterstützern im Ukraine-Krieg.
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Seit Ausbruch des Kriegs haben die Amerikaner der Ukraine Militärhilfen im Wert von mehreren Milliarden Dollar zugesichert.
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Nun fordert die internationale kriminalpolizeiliche Organisation (Interpol) eine einheitliche Datenbank bei Waffenlieferungen.

Wenn der Ukraine-Krieg beendet ist, laufe man laut Interpol-Chef Jürgen Stock Gefahr, dass zahlreiche Kampfgeräte bei kriminellen Organisationen landen. Er warnt: «Sobald nicht mehr geschossen wird, werden die illegalen Waffen kommen. Die Kriminellen konzentrieren sich schon jetzt auf diese Waffen.»

Ukraine-Krieg: Interpol fordert einheitliche Datenbank bei Waffenlieferungen

Schon in vielen anderen Konfliktschauplätzen seien Waffen in der Vergangenheit an Kriminelle gelangt. So blieben etwa grosse Mengen an militärischen Geräten in Afghanistan zurück, als die USA letztes Jahr abzogen. Diese seien jetzt in den Händen der Taliban.

Deshalb fordert Stock die Interpol-Mitgliedstaaten auf, bei der Rückverfolgung von Waffen zusammenzuarbeiten.

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Interpol fordert, dass gelieferte Waffen im Ukraine-Krieg zurückverfolgt werden können. - Keystone

Ansonsten drohe ein regelrechtes Chaos beim illegalen Waffenhandel: «Kriminelle Gruppen werden versuchen, die chaotischen Situationen und die Verfügbarkeit von Waffen auszunutzen», sagt Stock.

Gemäss eines Berichts des «Guardian» sei Interpol in Kontakt mit den Mitgliedsländern, eine einheitliche Datenbank zu verwenden. «Wir versuchen sie zu ermutigen, diese Instrumente zu nutzen», wird Stock zitiert.

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Kriminelle seien an allen Arten von Waffen interessiert. Jede Waffe, die transportiert werden kann, sei ein potenzielles Ziel für kriminelle Organisationen. Da diese Gruppen auf globaler Ebene operieren, könne die Gefahr von keinem Land und keiner Region ignoriert werden.

Trotz allen Bemühungen rechnet Interpol wegen dem Ukraine-Krieg «mit einem Zustrom von Waffen in Europa und darüber hinaus». Stock: «Wir müssen davon ausgehen, dass diese Waffen nicht nur in die Nachbarländer, sondern auch in andere Kontinente geschmuggelt werden.»

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