Timmys Tierärztin ist aus dem Koma erwacht
Nach fast einem Monat im Flachwasser könnte es für Buckelwal Timmy diese Woche so weit sein: Frühestens am Dienstag soll der Abtransport per Lastkahn starten.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Lastkahn ist auf dem Weg nach Wismar, um Timmy mitsamt Wasser aufzunehmen.
- Der Abtransport in die 400 Kilometer entfernte Nordsee ist frühestens Dienstags möglich.
- Über eine 100 Meter lange Rinne soll der Wal in den absenkbaren Kahn gelotst werden
Seit dem 3. März 2026 hält der junge Buckelwal Timmy Norddeutschland in Atem. Damals tauchte das Tier erstmals im Hafen von Wismar auf, später sass er vor Timmendorfer Strand fest.
Seit Mitte April kümmert sich eine private Initiative um die Rettung des Walbullen, der zwischen vier und sechs Jahre alt sein dürfte. Mehr als die Hälfte der über 50 Tage hat das Tier in Flachwasserzonen verbracht – Experten vermuten, dass er diese gezielt aufgesucht hat, weil er schwer erkrankt Ruhe suchte.
Mehrfach mussten die Pläne der Helfer angepasst werden, einmal setzte sich der Wal sogar selbst in Bewegung, blieb dann aber erneut stecken. Nun soll Schiffstechnik den entscheidenden Unterschied machen.
Alle Entwicklungen im Nau.ch-Ticker:
Timmys Tierärztin ist aus dem Koma erwacht
11.33: Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert ist aus dem Koma erwacht. Bahr-van Gemmert war aktiv an den zahlreichen Walrettungs-Versuchen beteiligt. Sie hatte zuvor einen medizinischen Notfall erlitten.

Ihr Verein «Tierhuss Insel Föhr» verkündete die positive Nachricht via Social Media. «Nach einer Zeit voller Sorge gibt es nun einen bedeutenden Lichtblick: Janina ist nicht mehr im Koma. Ihr Zustand ist weiterhin ernst, sie steht noch ganz am Anfang eines Weges, der viel Zeit und Ruhe braucht.»
Ist der Wal stabil genug für die Rettung?
11.17: Die Situation um den gestrandeten Buckelwal Timmy spitzt sich weiter zu. Biologe und Walforscher Fabian Ritter warnt derweil gegenüber «Bild»: «Man muss darauf achten, dass er bewegungsfähig ist.»

Man könne ihn nach drei Tagen nicht einfach anschubsen und davon ausgehen, dass er losschwimmt. Tierarzt Pedro Baranda sieht das differenziert: «Der Wal ist stabil.» Die Rettungsaktion sei schwierig, «aber nicht unmöglich».
Tracker aus Amerika ist angekommen
10.29: Um Timmy auch unter Wasser verfolgen zu können, wurde ein Tracker aus Amerika bestellt. Nun wird darüber beraten, wie und wann er am Walkörper angebracht werden soll.
Zuvor hatten Experten den Meeressäuger bereits mit einem Peilsender ausgestattet. Dieser funktioniert allerdings nur, wenn Timmy an der Wasseroberfläche ist.
Schlepper auf dem Weg – Rettung verspätet sich erneut
08.10: Nach der Schleusung hat der Schlepper «Hans» die Barge zur Walrettung an den Schlepper «Robin Hood» übergeben. Dieser befindet sich nun auf dem Weg Richtung Wismar.

Das Schiff soll dort jedoch erst gegen 18 Uhr eintreffen. Die geplante Rettung verzögert sich demnach erneut.
Wal ist «vielleicht depressiv»
07.33: Seit Tagen sind von Buckelwal keine Rufe mehr zu hören. Warum ist der Meeressäuger verstummt? «Vielleicht ist er depressiv», mutmasst Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies gegenüber «Bild».
Lastkahn auf dem Weg – Abtransport frühestens am Dienstag
06.00: Nach wochenlangem Hoffen, Bangen und mehreren Rückschlägen rückt für Timmy der entscheidende Moment näher.
Aus der Elbe kommend hat der Lastkahn, der den Buckelwal samt Wasser aufnehmen soll, am späten Sonntagnachmittag den Nord-Ostsee-Kanal erreicht. Geschoben vom Schubboot «Hans» traf die sogenannte Barge in der Nacht zu Montag in Kiel ein.

Bevor das Stahlbecken zum Einsatz kommt, stehen in Wismar noch letzte technische Vorbereitungen an. Frühestens am Dienstag soll der eigentliche Abtransport beginnen.
Der Plan: Über eine mehr als 100 Meter lange Rinne, die das Helfer-Team in den vergangenen Tagen gebaggert, gesaugt und gespült hat, soll Timmy in den absenkbaren Kahn gelotst werden. Anschliessend zieht ein Schlepper das Becken über mehr als 400 Kilometer in die Nordsee.
Der Zustand von Timmy wurde auch am Sonntag überwacht
Am Sonntag stand erneut Kontrollarbeit an der Rinne und Beobachtung des Walzustands auf dem Programm.
Mit dabei: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), der höchstpersönlich ins Wasser stieg und auf Tuchfühlung mit dem Wal ging.

«Die Hoffnung stirbt zuletzt», sagte er anschliessend. «Ich hoffe, dass diese Mission dann irgendwann, möglichst bald, zu Ende ist, und zwar mit Erfolg.»
















