AfD schmeisst Mitglied nach Hitler-Rede raus
Das Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen hat Alexander Eichwald aus der Partei ausgeschlossen. Dieser wehrt sich und will das Urteil weiterziehen.
00:00 / 00:00
Das Wichtigste in Kürze
- Alexander Eichwald ist aus der AfD ausgeschlossen worden.
- Dies, nachdem er im November eine Rede im Stil von Adolf Hitler gehalten hatte.
- Den Ausschluss akzeptiert Eichwald nicht, er will nun vor das AfD-Bundesschiedsgericht.
Das Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen hat Alexander Eichwald aus der Partei ausgeschlossen. Der Ausschluss wurde von einem Parteisprecher bestätigt, wie die «Bild» berichtet.
Ein Landesschiedsgericht ist das parteiinterne Gericht auf Ebene eines Bundeslandes.
Eichwald hatte im vergangenen November eine Rede im Stil von Adolf Hitler gehalten. Dies geschah bei der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation «Generation Deutschland» in Giessen. Dort wollte er sich für einen Vorstandsposten empfehlen.
Doch: Bei seiner Rede fuchtelte er mit dem Finger und sprach mit einem markanten rollenden «R». Er rief in den Saal: «Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam.»
Und weiter: «Es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen.»
Der frisch gewählte Chef der Jugendorganisation, Jean-Pascal Hohm, zeigte sich am Tag nach dem Vorfall ratlos. Er stellte die These in den Raum, dass Eichwald eigentlich zum linken Lager gehöre.
«Egal ob linker Provokateur, V-Mann oder einfach verrückt: Wer so auftritt, hat in der AfD und ihrer Jugendorganisation nichts verloren», sagte er der Deutschen Presse-Agentur damals.
Als V-Mann versteht man in Deutschland eine Privatperson, die verdeckt für den Inlandgeheimdienst ermittelt.
Hitler-Rede ging viral
Tonfall und Auftreten erinnerten stark an NS-Diktator Adolf Hitler. Daraufhin entstand innerhalb der Partei und im Netz eine Debatte.
Viele fragten sich, ob der Auftritt absichtlich als Satireeinlage inszeniert war. Wollte Eichwald die Partei hereinlegen? Diese Frage blieb offen.
Der AfD-Kreisverband Herford im Landesteil Ostwestfalen hatte das Parteiausschluss-Verfahren angestossen, wie die «Bild»-Zeitung weiter schreibt. Der Vorwurf lautete auf schweres parteischädigendes Verhalten.
Eichwald akzeptiert Ausschluss aus der AfD nicht
Der AfD-Landesvorstand von Nordrhein-Westfalen hatte Eichwald bereits zuvor die Mitgliedsrechte entzogen. Mit dem nun gefällten Urteil des Landesschiedsgerichts bleibt diese Entscheidung bestehen.
Zur Verhandlung selbst erschien Eichwald gar nicht. Er hatte jedoch kurz zuvor zwei Videos auf YouTube veröffentlicht, wie «Der Standard» berichtet.
In den Videos rechnete er mit der Partei ab und erklärte unter anderem: «Ich bin weiterhin Mitglied der AfD und beabsichtige, es auch zu bleiben.» Zudem betonte er, im November von niemandem eingeschleust worden zu sein und für seine Rede kein Geld erhalten zu haben.
Gegenüber «Der Standard» erklärte Eichwald, warum er auf die Teilnahme am Termin vor dem AfD-Landesschiedsgericht verzichtet hat: Er habe seine Argumente gegen den Ausschluss bereits schriftlich dargelegt.
Unter anderem, dass Armbewegungen oder ein gerolltes «R» nicht gegen die Regularien der Partei verstiessen.
Den Parteiausschluss akzeptiert er nicht: Er wolle nun vor das AfD-Bundesschiedsgericht ziehen und kündigte an: «Ich werde gegen diesen vermeintlichen Schauprozess Berufung einlegen. Wir sehen uns in Berlin.»



















