«Selbstdarstellung»: Bürgermeister schiesst gegen Wal-Retter

Luna Gerber
Luna Gerber

Deutschland,

Ein bekannter Meeresbiologe engagiert sich stark für den Wal «Timmy». Der Bürgermeister vom Ort des Geschehens findet: Viel Selbstinszenierung, wenig dahinter.

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Für ihn wird es kein Happy End geben: Wal Timmy. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Buckelwal Timmy liegt im Sterben. Bei den Rettungen stets dabei: Robert Marc Lehmann.
  • Der Biologe gerät in die Kritik: Seine Prognosen waren falsch und er traf Fehlentscheide.
  • Der Bürgermeister wirft ihm Selbstdarstellung vor - und entzieht ihm die Einsatzleitung.

Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand hat die Nase voll!

Star-Allüren beim Star-Biologen? Der selbsternannte «Wal-Flüsterer» Robert Marc Lehmann muss sich Kritik stellen.

Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister von Timmendorfer Strand, erhebt Vorwürfe gegen Lehmann: Dieser habe bei der Rettung des Buckelwals Timmy vorrangig an sein Image gedacht.

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In der Kritik: «Wal-Flüsterer» Robert Marc Lehmann. - keystone

Timmy liegt derzeit vor der Insel Poel im Sterben – alle Rettungsversuche schlugen fehl. Das Tier hat sich insgesamt viermal in der Ostsee festgeschwommen.

Glaubst du, dass Timmy noch gerettet werden kann?

Timmy strandete erstmals am 23. März 2026 am Timmendorfer Strand. Am 27. März gelang zunächst die Befreiung des Tieres – bei dieser ersten Rettungsaktion war auch Meeresbiologe Lehmann beteiligt.

«Wal-Flüsterer» meldete sich sofort

Lehmann rief den Bürgermeister direkt an, als der Buckelwal gestrandet war. «Ich war erst ein bisschen skeptisch. Aber das, was er sagte, klang, als hätte es Hand und Fuss», erklärte Partheil-Böhnke gegenüber der «Bild».

Am Epizentrum angekommen, geriet der Meeresbiologe selbst gleich in den Mittelpunkt.

Seine Bilder im Neoprenanzug, wie er dem Wal behutsam die Hand auflegte, holten ihm mehr als ein paar Sympathiepunkte: Das Internet sah im «Wal-Flüsterer» den einzigen Retter für Timmy.

Lehmann wirkte kompetent und selbstbewusst. Die Öffentlichkeit vertraute auf seine Expertise. Doch hinter den Kulissen bröckelte es.

Bürgermeister: Prognosen waren «zu 100 Prozent falsch»

Die Zusammenarbeit mit Lehmann gestaltete sich schwierig, so der Bürgermeister. «Ich war etwas überrascht, dass seine Prognosen und seine Annahmen zu 100 Prozent falsch waren», zitiert die «Bild» Partheil-Böhnke.

Zwischen dem Meeresbiologen und dem Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) entstanden Unstimmigkeiten.

Der Politiker: «Er hat Aussagen über die Anatomie des Wals getroffen, die bei der anwesenden Tierärztin für ziemliches Erstaunen gesorgt haben.»

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«Ich war etwas überrascht, dass seine Prognosen und seine Annahmen zu 100 Prozent falsch waren»: Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand (im Bild) über Biologe Robert Marc Lehmann. - keystone

Als Partheil-Böhnke bemerkte, dass seine Instagram-Videos für ihn wohl grössere Bedeutung hatten, habe er sich gefragt: «Geht es ihm wirklich um das Tierwohl, oder geht es da tatsächlich mehr um die Selbstdarstellung bei den Videos?»

Es habe sich herausgestellt, «dass es Lehmann eigentlich immer nur darum ging, die guten Aufnahmen vom Wal zu bekommen: Er am Wal, er da, er dort.»

Fehlentscheidung kostete wertvolle Zeit

Lehmann hatte die Rettungskräfte laut der «Bild» von einer Strategieänderung überzeugt.

Ursprünglich sollten Boote den Wal von beiden Seiten begleiten. Lehmann entschied jedoch, das Tier nur von einer Seite zu führen.

Die Konsequenz? «Uns ist der Wal genau in der Situation ausgebüxt. Wir haben wertvolle Zeit verloren, das Tier wiederzufinden.»

Genug ist genug, fand der Politiker: Von seinem Posten als Einsatzleiter musste Lehmann abdanken. Nau.ch berichtete.

Trotzdem schloss man Lehmann nicht vollständig aus – er durfte weiterhin an Bord des Polizeischiffs mitfahren. Doch fortan übernahm Partheil-Böhnke das Leitungsruder. Diese Entscheidung verärgerte Lehmann offenbar.

Er sei «wegen Selbstdarstellung» ausgeschlossen worden, klagte Lehmann. «Für sie war ich nur ein klickgeiler Influencer.» Er und sein Team seien als «Idioten» verabschiedet worden.

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Kommentare

Luxy-1

Sind nicht alle Selbstdarsteller, Die das Schicksal dieses Tieres ausnutzen um mal in den Medien erwähnt zu werden? Ich sehe da viele Heuchler

User #6129 (nicht angemeldet)

Ich bin auch der Meinung, dass Lehmann ein Blender ist. Ich bin keine Biologin oder Tierärztin, aber mir war klar, dass der Wal sehr krank sein muss. Sein Benehmen war alles andere als normal. Wir müssen wieder zur Normalität zurückkehren. Es sterben Tiere wie Menschen. Auch hat es immer Aussterben von Tieren gegeben, als es noch keine Autos und Industrie gab. Alles normal. Dafür gibt es neue Kreaturen, die uns erfreuen. C‘est la vie🤷🏻‍♀️

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