70 Schiffe aus 16 Staaten können ukrainischen Häfen nicht verlassen. Wegen der Frage der Getreideexporte erwartet Moskau eine türkische Delegation.
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Ein russisches Kriegsschiff vor dem Hafen der ukrainischen, nun von Russland kontrollierten Stadt Mariupol. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • 70 Schiffe aus 16 Staaten sind aktuell in ukrainischen Häfen blockiert.
  • Russland gibt der Ukraine und deren Seeminen die Schuld daran.
  • Wegen der ausfallenden Getreideexporte drohen Hungersnöte in verschiedenen Ländern.

In sechs Häfen der Ukraine sind nach russischen Angaben derzeit 70 Schiffe aus 16 Staaten blockiert. Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine am Dienstagabend vor, wegen ukrainischen Beschusses und der hohen Minengefahr könnten Schiffe nicht ungehindert aufs Meer fahren. Die Ukraine kritisiert hingegen, dass Russland durch eine Blockade ukrainischer Häfen die Ausfuhr von Getreide verhindere. Damit werde eine Lebensmittelkrise hervorgerufen.

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Ein bulgarisches Frachtschiff im Hafen von Mariupol. - Keystone

Die internationale Gemeinschaft fordert von Russland seit Wochen, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen. Die Ukraine beklagt, dass durch die russische Kriegsmarine ihre Häfen im Schwarzen Meer blockiert sind. Beide Länder gehören zu den grössten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit in der Welt.

Um Fragen zu den Getreideexporten aus der Ukraine zu klären, soll in der kommenden Woche eine türkische Delegation nach Moskau reisen, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass sagte.

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Der Hafen in Mariupol im Süden der Ukraine ist nach den Angaben des russischen Verteidigungsministeriums inzwischen wieder funktionsfähig. Als erstes ausländisches Schiff habe ein türkisches Schiff den Hafen am Dienstag verlassen, schrieb die russische Agentur Tass. Für die Häfen in Cherson, Mykolajiw, Tschornomorsk, Otschakiw, Odessa und Juschne wurden demnach humanitäre See-Korridore eingerichtet.