Polnische Justiz nennt Todesschüsse von Krakau Terror
Die Staatsanwaltschaft in Polen stuft die tödlichen Schüsse auf dem Marktplatz von Krakau als terroristische Straftat ein. Ermittelt werde wegen der Tötung von sechs Personen sowie des versuchten Mordens an zahlreichen weiteren Personen, darunter Polizeibeamte, «wobei diese Tat einen terroristischen Charakter aufwies». Das teilte die Staatsanwaltschaft des Landes auf der Plattform X mit. Die Ermittler sprachen nicht ausdrücklich von einem politischen Motiv.

Zugleich werde wegen der Tötung von drei Personen in der Stadt Ostrowiec Swietokrzyski ermittelt. «Das Beweismaterial deutet darauf hin, dass diese Taten von derselben Person begangen wurden», hiess es. In der Stadt zwei Fahrtstunden nordöstlich von Krakau waren im Wohnhaus der Familie Vater, Mutter und Schwester des mutmasslichen Todesschützen tot mit Schussverletzungen aufgefunden worden.
Wahllose Schüsse auf dem Marktplatz
Der 24-jährige Mann hatte am Samstag aus einem Auto heraus wahllos auf Passanten auf dem Marktplatz der zweitgrössten Stadt Polens geschossen. Zu seinem Motiv gibt es keine Klarheit. Er soll nach ersten Erkenntnissen «sehr radikale Ansichten» vertreten haben, wie Polens Innenminister Marcin Kierwinski sagte. Es gebe Anzeichen dafür, dass er von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse.
Auch Ministerpräsident Donald Tusk sprach angesichts der Schwere des Verbrechens von Terrorismus. «Bis jetzt hatten wir in Polen noch keinen so drastischen Fall von Terrorismus, denn so muss man diesen brutalen Angriff auf lebende Menschen in Krakau nennen», sagte er in Krakau.
Ausländer unter den Opfern
Der Marktplatz der Stadt mit seinen Renaissancebauten zieht Touristen aus aller Welt an. Auch mehrere Ausländer zählen zu den Opfern. Von den sechs Todesopfern stammten vier aus Polen, eins aus Grossbritannien, eine Frau sei Ausländerin, teilte die Polizei PAP zufolge mit. Das Alter der Toten lag nach Angaben der Woiwodschaft Kleinpolen zwischen 32 und 61 Jahren.
Fünf Personen aus Deutschland, Grossbritannien, Portugal, Österreich und Russland seien verletzt worden. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hiess es auf Anfrage, man könne bestätigen, dass bei dem Angriff eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit verletzt worden sei.













