Krakau-Horror: Attentäter wollte als Schüler «Bombenleger» werden
Eine ehemalige Mitschülerin des mutmasslichen Krakau-Schützen berichtet von verstörenden Zeichnungen, Gewaltfantasien und einer erschreckenden Aussage.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein 24-Jähriger erschoss am Samstagnachmittag auf dem Hauptmarkt in Krakau sechs Menschen und verletzte mindestens 15 weitere.
- Bei der Durchsuchung seiner Wohnung entdeckten Ermittler drei weitere Tote: seine Eltern und seine Schwester.
- Eine ehemalige Mitschülerin berichtet von verstörenden Zeichnungen und erzählt, dass er habe «Bombenleger» werden wollen.
Nach dem tödlichen Schussangriff im polnischen Krakau kommen immer mehr verstörende Details über den mutmasslichen Täter ans Licht. Eine ehemalige Mitschülerin erinnert sich an makabre Zeichnungen, Gewaltfantasien und einen ungewöhnlichen Auftritt mit Gasmaske.
Am Samstagnachmittag eröffnete ein bewaffneter Mann auf dem belebten Hauptmarkt in Krakau das Feuer. Sechs Menschen starben, mindestens 15 weitere wurden verletzt. Darunter auch Verletzte aus Deutschland, Grossbritannien, Portugal, Österreich und Russland. Dem EDA sind keine Schweizer Verletzten bekannt.
Bei dem mutmasslichen Schützen handelt es sich um einen 24-Jährigen. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei wurde er schwer verletzt festgenommen.
Bei der anschliessenden Durchsuchung seiner Wohnung machten die Ermittler einen weiteren grausigen Fund: Drei Tote – seine Eltern und seine 21-jährige Schwester.
«Er würde mit dieser Waffe in die Schule kommen»
Eine ehemalige Schulkameradin berichtet gegenüber «Radio Eska» von beunruhigenden Erlebnissen aus der gemeinsamen Schulzeit.
Besonders eine Zeichenstunde sei ihr in Erinnerung geblieben. Er habe damals Menschen mit Waffen und erhängte Personen gezeichnet.
Auf die Frage, was seine Bilder darstellen sollten, habe er erklärt, es handle sich um einen Angriff auf die Schule.
Seine ehemalige Mitschülerin erinnert sich: «Wir fragten ihn, was die Zeichnungen genau darstellen. Er sagte, es sei ein Angriff auf die Schule, dort lägen Leichen. Und er würde mit dieser Waffe in die Schule kommen.»
Mitschüler fragten ihn nach seinen Gewaltfantasien
Auch seine Antwort auf die Nachfrage von Freunden sei verstörend gewesen. Er soll gesagt haben, er wolle «Bombenleger» werden.
Die damaligen Mitschüler hätten die Aussagen allerdings nicht als Vorboten eines tatsächlichen Anschlags verstanden.
Ein weiteres Erlebnis blieb der Frau ebenfalls im Gedächtnis: Bei einer Online-Unterrichtsstunde habe sich der 24-Jährige mit einer Gasmaske zugeschaltet.
Rechtsextreme Ideologien beeinflussten Täter
Laut den polnischen Behörden soll der Täter allein gehandelt haben. Nach bisherigen Erkenntnissen war er von «rechtsextremen» und «ultranationalistischen» Ideologien beeinflusst.
Auch im Auto des 24-Jährigen fanden die Ermittler weitere Waffen und Munition. Sein Vater soll als Sportschütze eine behördliche Bewilligung für mindestens elf Waffen besessen haben. Sieben davon wurden in der Wohnung sichergestellt.
Laut der Zeitung «Echo Dnia» hatte der Täter an seinem Wohnort Ostrowiec Świętokrzyski eine Ausbildung absolviert. Noch am Freitag soll er zudem ein Fussballderby im Stadion besucht haben.


















