Gericht

Plädoyers im Prozess in Russland gegen US-Reporter erwartet

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Russland,

Der US-Journalist Evan Gershkovich steht in Russland wegen angeblicher Spionage vor Gericht. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Evan Gershkovich wird aus dem Lefortowsky-Gericht eskortiert.
Evan Gershkovich wird aus dem Lefortowsky-Gericht eskortiert. - Alexander Zemlianichenko/AP

Im umstrittenen Prozess gegen den US-Reporter Evan Gershkovich wegen angeblicher Spionage werden an diesem Freitag die Plädoyers erwartet. Die Staatsanwaltschaft sieht die in dem Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe als erwiesen an. Dem Korrespondenten der US-Zeitung «Wall Street Journal» drohen laut Medien bis zu 20 Jahre Haft bei einer Verurteilung durch das Gericht in Jekaterinburg am Ural.

Die Verteidigung will auf Freispruch plädieren. Nach dem zweiten Verhandlungstag beendete das Gericht am Donnerstag die von der Justiz selbst so bezeichnete Beweisaufnahme im Fall des Journalisten. Gershkovich hatte wie viele westliche Journalisten in Russland mit einer Akkreditierung des Aussenministeriums in Moskau gearbeitet und recherchiert.

Wann das Urteil fällt, war zunächst unklar. Beobachter hielten aber einen Schuldspruch samt Strafmass noch am Freitag für möglich.

Gegenwind aus den USA

Der 32 Jahre alte US-Reporter war im März 2023 festgenommen worden unter dem Vorwurf der Spionage. Laut Anklage soll er im Auftrag des US-Geheimdienstes CIA konspirativ Informationen über die Rüstungsfabrik Uralvagonzavod gesammelt haben. Gershkovich, seine Zeitung wie auch die US-Regierung weisen die Vorwürfe zurück.

Die US-Regierung fordert seine Freilassung. Nach offiziellen russischen Angaben laufen Verhandlungen über einen Austausch von Gershkovich mit den USA, ohne das bisher eine Einigung erzielt werden konnte. Der Machtapparat presst so immer wieder in den USA inhaftierte Russen frei.

Der Prozess in Jekaterinburg 1.800 Kilometer östlich von Moskau hatte am 26. Juni begonnen. Er sollte ursprünglich erst am 13. August fortgesetzt werden. Die Verhandlung wurde aber vorgezogen. Das Gericht teilte mit, dies sei auf Wunsch der Verteidigung geschehen.

Kommentare

User #2197 (nicht angemeldet)

Es ist nachgewiesenermassen nicht als Reporter angeklagt sondern als Spion, da die Amerikaner den Fall dem CIA übergeben haben - der nur dann eintritt wenn eigene Assets betroffen sind (Das sage nicht ich sondern ehem. CIA-Beamte, z.b. Larry Johnson) - ist der Fall kristallklar und die Dienste beider Seiten werden die üblichen Austauschverfahren aushandeln oder eben nicht.

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