Papst Franziskus hat den angebotenen Amtsverzicht des Hamburger Erzbischofs Stefan Hesse wegen Verfehlungen während seiner Zeit im Erzbistum Köln abgelehnt.
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Papst Franziskus - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Verfehlungen in Köln keine absichtliche Vertuschung von Missbrauch.

Der Papst bitte Hesse vielmehr, «im Geist der Versöhnung» seinen Dienst in Hamburg fortzuführen, hiess es in einer am Mittwoch von der Deutschen Bischofskonferenz verbreiteten Erklärung der vatikanischen Botschaft in Berlin. Hesse habe nicht mit Absicht sexuellen Missbrauch vertuscht.

Hintergrund des Vorgangs sind Ereignisse im Erzbistum Köln, in dem Hesse vor seiner Hamburger Zeit unter anderem als Generalvikar tätig war und Personalverantwortung trug. Ein vom Kölner Bistum in Auftrag gegebenes und im März veröffentlichtes juristisches Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass Hesse und andere führende Vertreter des Kölner Bistums bei der Aufarbeitung älterer Missbrauchsfälle Pflichten verletzt hatten. Hesse bot daraufhin dem Papst seinen Rücktritt an.

Dem Schreiben der vatikanischen Botschaft zufolge stellte der Papst nach eingehender Prüfung zwar Mängel in der Organisation und Arbeitsweise des Generalvikariats sowie persönliche Verfahrensfehler Hesses fest. «Die Untersuchung hat jedoch nicht gezeigt, dass diese mit der Absicht begangen wurden, Fälle sexuellen Missbrauchs zu vertuschen.» Das Grundproblem habe im grösseren Kontext der Verwaltung der Erzdiözese, im Mangel an Aufmerksamkeit und Sensibilität den Missbrauchsopfern gegenüber bestanden.

In den vergangenen Monaten hatte Generalvikar Ansgar Thiem die organisatorische Leitung der Hamburger Erzdiözeseübernommen. Diese erstreckt sich auch auf Schleswig-Holstein und Teile Mecklenburg-Vorpommerns.

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