Krieg

Krieg gegen den Iran schürt Ängste vor Energieschock

Keystone-SDA
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Zürich,

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran sowie dessen Vergeltungsschläge haben die Risiken für Energieversorgung, Inflation und Wachstum weltweit deutlich erhöht. Analysten erwarten bei einer Eskalation einen starken Anstieg der Ölpreise bis in den Bereich von 100 bis 120 Dollar je Barrel. Die Folgen könnten auch Autofahrer an den Zapfsäulen treffen.

Tankstellen
Der Iran-Krieg könnte sich an Schweizer Tankstellen bemerkbar machen. - keystone

Die Ölpreise dürften zum Wochenstart kräftig steigen, dies obschon das Ölproduzentenbündnis Opec+ am Sonntag eine stärker als erwartete Fördererhöhung beschlossen hat. Acht Kernländer des Kartells wollen ihre Produktion im April um 206'000 Barrel pro Tag ausweiten, teilte die Organisation am Sonntag mit. Die Massnahme übertrifft die zuvor erwarteten 137'000 Barrel, gilt aber unter Experten als unzureichend, um kriegsbedingte Lieferausfälle auszugleichen.

Entscheidend bleibt die Lage in der Meerenge von Hormus. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Über die Schifffahrtsroute, die seit der Antike zu den wichtigsten der Welt gehört, wird rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggas-Handels abgewickelt.

Der Iran hat der EU zufolge eine faktische Schliessung der Meerenge angekündigt. Selbst partielle Störungen könnten laut Marktanalysten effektiv 8 bis 10 Millionen Barrel tägliches Angebot vom Markt nehmen und so die Preise massiv treiben.

Bereits vor Kriegsbeginn waren die Ölpreise am Freitag angesichts der steigenden Spannungen deutlich gestiegen und hatten zum Handelsschluss in den USA um fast 3 Prozent zugelegt. Der Preis für ein Barrel der Nordseeölsorte Brent stieg auf 72,48 Dollar – den höchsten Stand seit Juli.

Bei einer längeren regionalen Eskalation halten Analysten Preise von über 120 Dollar für möglich – ein Niveau wie zuletzt in frühen Phasen des Ukrainekriegs. Logistik- und Transportrisiken würden derzeit stärker wirken als Produktionsentscheidungen, heisst es bei Rystad Energy.

Die Opec+ dürfte zwar weitere Fördererhöhungen prüfen und trifft sich dazu am 5. April erneut. Allerdings verfügen faktisch nur Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie begrenzt Kuwait und Irak über freie Kapazitäten – und auch diese Exporte hängen stark vom sicheren Transit durch Hormus ab.

Ein längerfristiger Ölpreissprung Richtung 100 Dollar würde laut Commerzbank die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wachstum um einige Zehntel dämpfen. Kurzfristig könnten die Folgen aber begrenzt bleiben, falls der Krieg ähnlich kurz ausfällt wie frühere Nahostkonflikte.

Neben Öl sind auch der Gas- und Flüssiggashandel betroffen: Rund 20 Prozent des weltweiten Flüssiggases – vor allem aus Katar – passieren die Strasse von Hormus.

Versicherer erhöhen bereits Kriegsrisikoprämien für Schiffe teils um etwa 50 Prozent, was das effektive Energieangebot zusätzlich verknappt, wie es in einem Kommentar von Seiten des US-Vermögensverwalters Franklin Templeton hiess.

An den Finanzmärkten dürfte zunächst eine Neubewertung geopolitischer Risiken dominieren: Staatsanleihen profitieren typischerweise, Aktien geraten unter Druck, während Gold oder auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen gesucht sein könnten. Energie-, Rüstungs- sowie Schifffahrts- und Versicherungswerte zählen dagegen zu den potenziellen Gewinnern.

Entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleibt laut Ökonomen, ob die militärische Eskalation auf Energie- und Logistikströme übergreift. Eine nachhaltige Störung zentraler Transportwege im Golf würde den Konflikt von einem regionalen Krieg zu einem globalen Energieschock ausweiten.

Kommentare

User #2674 (nicht angemeldet)

Der apreis wird nicht steigen, daderKrieg schon in wenigen Tagen woeder vorbei ist... Donni und Netu werden dann fröhlich bekannt geben dass ihre Ziele erreicht wurden und der Iran nun "befreit" sei so wie auch nie mehr Atomwaffen produzieren könne.... *ironieoff*

User #1582 (nicht angemeldet)

So ein Quatsch. Auch wenn der Barrel Oel auf 150 Dollar steigt, zahlen wir etwa 2Fr / lt Benzin, weil die Steuern soviel ausmachen. Iran muss auch exportieren !

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