Die Oppositionsbündnisse Spolo und Allianz von Piraten- und Bürgermeisterpartei holen bei den Parlamentswahlen in Tschechien überraschend 108 der 200 Sitze.
Spolo
Die Spolo besteht aus KDU-CSL, TOP09 und ODS - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Opposition ergattert sich bei den Parlamentswahlen in Tschechien die Mehrheit.
  • Das konservative Oppositionsbündnis Spolu hat mit 27,6 Prozent die meisten Wähler.
  • Regierungschefs Andrej Babis kam eine Finanzaffäre in die Quere.

Bei der Parlamentswahl in Tschechien haben zwei Oppositionsbündnisse überraschend eine Mehrheit erzielt. Sie kamen nach Auszählung von knapp 99 Prozent der abgegebenen Stimmen gemeinsam auf 108 der 200 Sitze im Abgeordnetenhaus.

Das konservative Wahlbündnis Spolu liegt nach dem Zwischenstand bei 27,6 Prozent der Stimmen. Die Allianz von Piraten- und Bürgermeisterpartei liegt bei 15,5 Prozent. «Der Wechsel ist da, wir sind der Wechsel», sagte Spolu-Spitzenkandidat Petr Fiala.

ANO hinter Spolu

Die ANO des Regierungschefs Andrej Babis liefert sich bis zum Schluss ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Spolu um den ersten Platz. Schlussendlich liegt sie aber nach den letzten Zahlen nur bei 27,3 Prozent.

Babis war auf den letzten Wahlkampfmetern von einer Finanzaffäre eingeholt worden. Nach Recherchen eines internationalen Journalistennetzwerks soll er 2009 über ausländische Briefkastenfirmen Immobilien in Frankreich gekauft haben.

Nach der Wahl droht eine Pattsituation. Präsident Milos Zeman hat in der Vergangenheit mehrmals betont, er werde keinem Wahlbündnis, sondern der stärksten Einzelpartei den Regierungsauftrag geben. Das wäre in jedem Fall die populistische ANO von Babis, da Spolu aus den Parteien ODS, TOP09 und KDU-CSL besteht. Der 77-jährige Zeman macht aus seiner Unterstützung für Babis keinen Hehl.

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