Netflix: Synchron-Sprecher boykottieren den Streamingdienst
«Knebelvertrag»: Deutsche Synchronsprecher wehren sich vor einem neuem Vertrag mit Netflix. Der Grund ist eine brisante KI-Klausel.

Das Wichtigste in Kürze
- Auf Netflix sind plötzlich viele bekannte deutsche Synchronsprecher ausgetauscht worden.
- Grund ist ein neuer Netflix-Vertrag mit einer KI-Klausel.
- Stimmaufnahmen sollen genutzt werden, um KI zu trainieren – ein No-Go für viele Sprecher.
Viele Netflix-Fans sind überrascht. Bekannte deutsche Stimmen aus Serien wurden nämlich einfach ausgetauscht!
Der Grund? KI und das Recht an der eigenen Stimme.
Denn Netflix will neuerdings Stimmaufnahmen nutzen, um KI zu trainieren. Das passt den Synchron-Sprechern gar nicht – sie treten deshalb auf die Barrikaden!
Bestes Beispiel ist Berliner-Sprecher Peter Flechtner (63). Er gab «Jim Hopper» aus der bekannten Serie «Stranger Things» seine Stimme. Er weigerte sich, wie viele andere Synchron-Sprecher den neuen Netflix-Vertrag mit KI-Klausel zu unterschreiben.
«Knebelvertrag» von Netflix
Auch Patrick Winczewski (65) der für Hollywood-Grössen wie Tom Cruise und Hugh Grant spricht, hat Netflix-Projekte abgesagt. Gegenüber der deutschen «Tagesschau» sagt er: «Man beraubt uns unseres Instruments.»
Und weiter: «Meine Stimme landet in der Trainings-Software und wird verfremdet.» Sie verschwinde gewissermassen im Bauch dieser KI. Und er stehe mit leeren Händen da. Er spricht sogar von einem «Knebelvertrag».
Denn Netflix soll erst zahlen, wenn KI-Stimmen auch wirklich eingesetzt werden. Deswegen fordern die Sprecher bereits eine Bezahlung fürs Training.
Bald nur noch Untertitel?
Weigern sich noch mehr Synchronsprecher den Vertrag zu unterschreiben, soll Netflix auf Untertitel ausweichen: Für die Synchronsprecher ein harter Schlag – vor allem finanziell! Gegenüber «Bild» schätzt Anna-Sophia Lumpe vom Verband Deutscher Sprecher (VDS), dass derzeit 80 Prozent deshalb nicht im Studio sind.

Trotzdem sollen die Synchronsprecher laut VDS nicht klein beigeben: Denn sonst würde die Klausel schnell zum Branchenstandard. Laut «ZDF heute» sollen mehr als 2500 Sprecher betroffen sein.





















