Filmstudio Babelsberg meldet volle Auslastung zur Berlinale
Nach einer Flaute bei Filmproduktionen und wirtschaftlich schwierigen Jahren erlebt das traditionsreiche Studio Babelsberg nahe Berlin einen Aufschwung. Der Vorstandsvorsitzende Jörg Bachmaier sieht den Filmstandort auch dank der Reformen bei der Filmförderung gestärkt.

«Studio Babelsberg ist zurück – operativ, wirtschaftlich und mit einer klaren Perspektive», sagte Bachmaier am Vormittag im Filmmuseum Potsdam anlässlich der am Donnerstag beginnenden Filmfestspiele Berlinale. «Nach mehreren herausfordernden Jahren ist Studio Babelsberg derzeit wieder voll ausgelastet.» Bachmaier: «Bei uns fahren die Trucks ein und aus.»
Der Produktionsstandort für Filme und Serien hatte zuletzt unter den Streiks in den USA, einem weltweit rückläufigen Produktionsniveau sowie politischen Unsicherheiten gelitten. «Zum ersten Mal seit langer Zeit sind fast alle Studios belegt», sagte Bachmaier. Die Stabilisierung sei zu spüren. Studio Babelsberg beschäftigt nach seinen Angaben um die 200 Menschen in den Werkstätten des Kulissenbaus.
Aktuell werden drei internationale Serien für Streamingdienste gleichzeitig im Studio Babelsberg produziert. Eine ist die Netflix-Serie «The Boys from Brazil», besetzt unter anderem mit den Schauspielern Jeremy Strong, Gillian Anderson, Daniel Brühl und August Diehl. Die anderen Produktionen durfte Bachmaier nicht nennen.
Die deutsche Regierung will mit einer Investitionsverpflichtung erreichen, dass Netflix, Amazon Prime, Disney+ und die grossen Fernsehsender mehr Filme und Serien in Deutschland drehen. Vor allem Osteuropa macht deutschen Standorten Konkurrenz.
Künftig sollen die Anbieter mindestens 8 Prozent des jährlichen Nettoumsatzes in europäische Produktionen stecken. Zusätzlich soll es Mindestquoten zum Beispiel für deutschsprachige Produktionen geben.
Mit der Einigung auf eine Investitionsverpflichtung werden im Haushalt auch zusätzliche 120 Millionen Euro (rund 110 Millionen Franken) freigegeben. Die Mittel für die wirtschaftliche Filmförderung steigen damit auf 250 Millionen Euro pro Jahr.
Studio Babelsberg investiert auch in die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz (KI) und ist im Austausch mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und mit Tech-Firmen. Der Standort solle als international anerkanntes Zentrum für verantwortungsvolle KI-Anwendungen positioniert werden, so Bachmaier.










