Die Gefahr einer Pandemie sei vorüber, so Moskau. Deshalb soll es nun keine Strafen mehr geben für Verstösse gegen die Corona-Regeln.
Passanten auf dem Roten Platz in Moskau. (Archivbild)
Passanten auf dem Roten Platz in Moskau. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA/MAXIM SHIPENKOV

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Behörden in Moskau wollen auf früher erhobene Corona-Strafzahlungen verzichten.
  • Die Gefahr der Pandemie sei vorüber.

In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Behörden nach der Aufhebung aller Corona-Beschränkungen nun auch erklärt, auf früher erhobene Strafzahlungen verzichten zu wollen. Die Gefahr der Pandemie sei vorüber.

«Deshalb habe ich mich entschlossen, eine Covid-Amnestie zu erklären», schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Mittwoch in seinem Blog. Die Amnestie soll am 1. Juni in Kraft treten.

Sergej Sobjanin
Der Oberbürgermeister der Stadt Moskau, Sergej Sobjanin. - dpa

Wer wegen eines Verstosses gegen die Corona-Bestimmungen zu einer Geldstrafe verurteilt worden sei, aber noch nicht bezahlt habe, werde von dieser Zahlung befreit.

Corona-Sünder erhalten Geld zurück

Wer schon bezahlt habe, könne auf Antrag das Geld zurückbekommen, versicherte Sobjanin. Die Regelung betreffe nur Strafen, die von der Stadtverwaltung verhängt worden seien. Ausgenommen seien zudem Fälle, bei denen Kranke ihre angeordnete häusliche Isolation ignoriert haben.

Offiziellen Angaben nach sind in Russland knapp 380'000 Menschen an Covid-19 gestorben. Inoffizielle Quellen gehen von wesentlich höheren Zahlen aus. Der unabhängige Demographieforscher Alexej Rakscha bezifferte die Zahl der Toten bereits im November 2021 auf mehr als eine Million. Obwohl Russland als erstes Land weltweit einen Impfstoff gegen die Seuche registriert hatte, liegt die Impfquote in der Bevölkerung deutlich unterhalb des europäischen Niveaus.

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