Mord an Pasolini: Neue Ermittlungen 51 Jahre nach der Tat
Am 51. Jahrestag des Mordes am italienischen Filmemacher Pier Paolo Pasolini hat die Staatsanwaltschaft in Rom neue Ermittlungen eingeleitet.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete, reagierte die Behörde damit auf eine Eingabe des Anwalts Stefano Maccioni, der demnach neue Hinweise zu dem bis heute ungeklärten Verbrechen vorgelegt hatte. Pasolini war in der Nacht zum 2. November 1975 im Küstenort Ostia getötet worden.
Der Anwalt, der in der Vergangenheit einen Cousin Pasolinis vertreten hatte, stützt seinen Vorstoss nach eigenen Angaben auf neue Erkenntnisse. Die Aussage eines bislang nie vernommenen Zeugen solle geprüft werden. Ein Antrag bei der Staatsanwaltschaft sei vergangenen November eingereicht und diesen Mai ergänzt worden, sagte Maccioni. Er hoffe, dass die Ermittlungen nun endlich Antworten auf die vielen offenen Fragen des Falls liefern könnten.
Der Mord an Pasolini zählt zu den rätselhaftesten Kriminalfällen Italiens. Die verunstaltete Leiche des damals 53 Jahre alten und vielfach preisgekrönten Regisseurs («Grosse Vögel, kleine Vögel», «Die 120 Tage von Sodom») war damals am Strand von Ostia unweit von Rom gefunden worden.
Zunächst wurde der damals 17-jährige Stricherjunge Giuseppe Pelosi wegen der Tat verurteilt. Damals gab es aber schon Spekulationen, dass Pasolini Opfer eines Komplotts geworden sein und es Mittäter gegeben haben könnte. 2005 widerrief Pelosi in einem Interview seine frühere Darstellung, alleiniger Täter gewesen zu sein, und behauptete, drei sizilianisch sprechende Männer hätten Pasolini getötet. 2017 starb Pelosi im Alter von 59 Jahren an einer Krebserkrankung.
Immer wieder waren Anträge auf eine Wiederaufnahme der Ermittlungen abgelehnt worden, zuletzt 2023. Bis heute ist ungeklärt, ob Pelosi tatsächlich allein handelte oder weitere Personen an dem Mord beteiligt waren. Pasolini galt als einer der bedeutendsten sowie unbequemsten Intellektuellen Italiens.














