Waadt verschärft Kontrollen nach Gewalt unter Eishockeyfans
Gewalttätige Ausschreitungen sorgen in der Schweiz zunehmend für Besorgnis. Nach den jüngsten Strassenkrawallen aus dem linksextremen Umfeld in Zürich gerät auch die Gewalt bei Sportveranstaltungen in den Fokus. Im Kanton Waadt sollen nach schweren Zusammenstössen zwischen Eishockeyfans die Sicherheitskontrollen verschärft werden.

Ende Oktober waren nach dem Eishockey-Spiel zwischen Lausanne HC und Fribourg-Gottéron in der Vaudoise Arena in Prilly-Malley VD Anhänger beider Mannschaften aneinandergeraten. Zwei Lausanner Fans erlitten schwere Verletzungen und mussten ins Waadtländer Universitätsspital Chuv gebracht werden.
Der Waadtländer Sicherheitsdirektor Vassilis Venizelos (Grüne) kündigte am Sonntagabend in der Sendung «Mise au Point» des Westschweizer Fernsehens RTS die Wiedereinführung der Identitätskontrollen am Eingang zum Gästesektor an. Diese seien bei Begegnungen mit Fribourg-Gottéron und möglicherweise weiteren Risikospielen zwingend nötig.
Der Dialog mit den Ultras müsse jedoch weitergehen, sagte Venizelos. Die Behörden wollten Stimmung und Fangesänge in den Stadien erhalten, müssten aber Grenzen setzen. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Zuschauer den Spielen fernblieben.
Auch der Eishockeyclub Fribourg-Gottéron zog Konsequenzen. Der Klub belegte die beiden Ultra-Gruppierungen «Fribvrgensis XIV» und «Fanatics» vor einer Woche mit einem Heimstadionverbot.
Bei Sportveranstaltungen registrieren die Behörden seit vier bis fünf Jahren mehr Vorfälle, sagte der erste Waadtländer Staatsanwalt Bernard Dénéréaz gegenüber RTS.
Laut Bundesamt für Polizei (Fedpol) wurden in der Saison 2025/26 insgesamt 33 von 512 untersuchten Fussballspielen der Super League in die höchste Risikokategorie eingestuft. Im Eishockey betraf dies 21 von 838 Spielen der National League.
Auch die Zahl der in der Hooligan-Datenbank HOOGAN erfassten Personen ist seit 2024 gestiegen. Im Fussball nahm sie von 669 auf 789 zu, im Eishockey von 285 auf 322. Fedpol warnt allerdings davor, daraus unmittelbar auf eine jährliche Zunahme der Gewalt zu schliessen.














