Merz steht nach CSD-Anschlag an Seite der queeren Community
Merz ruft nach dem CSD-Anschlag in Berlin zum Zusammenhalt auf. Die Hauptstadt gedenkt der Opfer und verteidigt Freiheit und Vielfalt.

Über dem Altar der Berliner Marienkirche liegt eine Regenbogenflagge, während Kerzenlicht die Trauernden begleitet. Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) suchen Tausende Menschen Trost, schreibt die «Bild».
Viele Besucherinnen und Besucher weinen, umarmen sich und erinnern an die Opfer der Attacke. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz nahm an der ökumenischen Andacht teil und legte eine Kerze nieder.
Merz richtete sich der «Bild» zufolge mit persönlichen Worten an die queere Community. Er erklärte, dass auch Intoleranz, Ausgrenzung und Diskriminierung die Freiheit einer Gesellschaft gefährden würden.
Merz mahnt Zusammenhalt und Offenheit an
Der Kanzler rief dazu auf, sich durch den Angriff nicht einschüchtern zu lassen. Die «Tagesschau» berichtet, er habe betont, solche Taten zielten darauf ab, die Gesellschaft zu spalten und ihre Offenheit zu schwächen.
Merz sagte, Straftäter und Extremisten hätten keinen Platz in der Mitte der Gesellschaft. Dabei appellierte er an den Zusammenhalt und erklärte: «Wir sind mehr, wir sind stärker.»
Bei der Gedenkfeier forderte Merz die Menschen auf, ihre Freiheit weiter sichtbar zu leben. Laut der «Bild» sagte er: «Feiern Sie wieder! Zeigen Sie den Gegnern unserer Gesellschaft das fröhliche und das einvernehmliche Gesicht einer offenen, freiheitlichen Gesellschaft.»
Berlin erinnert an Opfer des Anschlags
Bei dem Angriff auf den CSD wurde eine Frau getötet, 29 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen gegen den mutmasslichen Täter, wie die «Tagesschau» berichtet.
Nach Angaben der Behörden steht ein möglicher islamistischer Hintergrund der Tat im Fokus. Die Ermittler prüfen weiterhin die genauen Abläufe und Hintergründe des Angriffs.
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äusserte sein Entsetzen über die Tat. Er bezeichnete den Anschlag als Angriff auf die offene Gesellschaft und das gemeinsame Zusammenleben, so die «Tagesschau» weiter.
Merz legt Blumen nieder und verspricht Schutz der Freiheit
Neben Merz nahmen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und weitere Regierungsmitglieder an der Andacht teil. Wegner erklärte der «Bild» zufolge, Berlin werde seine Werte von Freiheit, Vielfalt und Offenheit verteidigen.
Die muslimische Imamin Seyran Ates sprach bei der Gedenkfeier über Solidarität und Menschenwürde. Laut der «Bild» betonte sie, Hass gegen Menschen im Namen Gottes widerspreche den Grundsätzen des Glaubens.

Nach der Andacht besuchte Merz den Tatort im Berliner Tiergarten und legte Blumen nieder. Der deutsche Kanzler sprach von einem islamistischen Terroranschlag und kündigte Konsequenzen an, wie die «Zeit» berichtet.
Frühere Aussagen von Merz und offene Fragen zum Anschlag
Gleichzeitig wurde Merz wegen früherer Aussagen zur Homosexualität kritisiert. Einige Stimmen erinnerten daran, dass frühere Äusserungen des Kanzlers bei Teilen der LGBTQ+-Community Irritationen ausgelöst hatten.
Der mutmassliche Täter soll den CSD zunächst mit einem Fahrzeug angegriffen haben. Anschliessend soll er eine Stichwaffe eingesetzt haben.
Die Ermittler prüfen weiterhin den genauen Ablauf der Tat. Auch mögliche Hintergründe des Anschlags sind weiterhin Gegenstand der Untersuchungen.
















