Zug sucht mit Faule-Eier-Gestank nach Gas-Lecks
Der Zuger Energieversorger WWZ mischt dem Gas vorübergehend mehr Geruchsstoff bei. So sollen selbst kleinste Lecks schneller auffallen.

Das Wichtigste in Kürze
- WWZ macht Gas im Raum Zug derzeit absichtlich stärker riechbar.
- Mit der Stossodorierung sollen auch kleinste Lecks auffallen.
- Tatsächliche Undichtheiten findet WWZ nur selten.
Faule Eier im Treppenhaus? Wer dieser Tage im Raum Zug diesen Geruch wahrnimmt, sollte ihn nicht ignorieren.
Denn der Energieversorger WWZ macht Gas derzeit absichtlich stärker riechbar – auf der Suche nach kleinen Lecks.
Noch bis am 2. Oktober läuft die jährliche sogenannte Stossodorierung. Dabei wird dem Gas vorübergehend mehr Geruchsstoff beigemischt, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt.
Das führt auch zu mehr Meldungen aus der Bevölkerung: Während der Aktion gehen bei WWZ im Schnitt rund fünf Hinweise wegen Gasgeruchs ein. Aber nur in maximal einem Fall werde ein Leck festgestellt, erklärt die WWZ-Medienstelle auf Anfrage von Nau.ch.
«Dass sich ein gemeldeter Gasgeruch tatsächlich auf eine Undichtheit zurückführen lässt, kommt eher selten vor – im Durchschnitt etwa alle zwei Jahre.»
Auch kleinste Lecks sollen auffallen
Erdgas und Biogas sind nahezu geruchslos. Deshalb wird dem Gas grundsätzlich ein Geruchsstoff beigemischt.
Während der Stossodorierung erhöht WWZ die Dosierung vorübergehend. Dadurch sollen selbst sehr kleine Undichtheiten leichter auffallen.
Betroffen sind Zug, Baar, Cham, Steinhausen, Hünenberg, Risch/Rotkreuz und Sins. Hinzu kommen Hedingen, Ottenbach, Obfelden, Affoltern am Albis, Mettmenstetten und Knonau.
Drei bis vier Undichtheiten pro Jahr
Über das ganze Jahr hinweg stellt WWZ im Durchschnitt drei bis vier Undichtheiten fest. «Diese befinden sich häufig in Hausinstallationen», so die WWZ.
Allerdings werden längst nicht alle im Rahmen der Stossdokumentierung entdeckt. Auch ausserhalb der Aktion gehen Meldungen ein.
So können etwa Heizungsmonteure bei Arbeiten auf eine undichte Stelle stossen. Teilweise werden laut WWZ auch undichte private Gasflaschen gemeldet, die etwa in Kellerräumen gelagert werden.
Bei Gasgeruch: Gebäude verlassen
Wer den typischen Geruch nach faulen Eiern wahrnimmt, sollte sofort handeln. «Wer Gasgeruch wahrnimmt, sollte Ruhe bewahren und sofort Fenster öffnen, um zu lüften», schreibt WWZ.
Elektrische Schalter oder Geräte dürfen nicht betätigt werden. Auch zusätzliches Licht sollte nicht eingeschaltet werden.
Danach gilt: Gebäude verlassen und WWZ von draussen anrufen.
Bis die Situation abgeklärt ist, sollte man im Freien bleiben und das Gebäude nicht wieder betreten.











