Tankrabatt kehrt zurück – so reagieren Verbände und Experten

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Deutschland,

    Der Tankrabatt soll in Deutschland ab Oktober 17 Cent je Liter bringen. Wirtschaft, Bauernverband und Klimaschützer bewerten die Massnahme unterschiedlich.

    Tankrabatt
    Der Tankrabatt soll ab Oktober den Preis für Benzin und Diesel vorübergehend senken. (Symbolbild) - keystone

    Ab dem 1. Oktober soll ein neuer Tankrabatt für Benzin und Diesel in Deutschland gelten. Die Regelung läuft bis Ende Dezember und soll den Literpreis um 17 Cent senken, berichtet der «Deutschlandfunk».

    Dafür wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14 Cent reduziert. Wegen der niedrigeren Mehrwertsteuer ergibt sich insgesamt eine Entlastung von 17 Cent je Liter.

    Offen ist, ob Mineralölkonzerne die gesamte Summe an Autofahrer weitergeben. Der Staat rechnet für die drei Monate mit Einnahmeausfällen von rund 2,5 Milliarden Euro.

    Wirtschaft sieht keine dauerhafte Lösung

    Die Industrie- und Handelskammer in Stuttgart hält den Tankrabatt nicht für eine langfristige Lösung. IHK-Präsident Claus Paal verweist laut dem «SWR» auf die zunehmende Knappheit fossiler Energieträger.

    Der Deutsche Bauernverband begrüsst dagegen die geplante Steuersenkung. Präsident Joachim Rukwied fordert dem «SWR» zufolge zugleich eine dauerhafte Entlastung bei den Energiekosten.

    Befürwortest du den neuen Tankrabatt?

    Damit unterscheiden sich die Reaktionen von Wirtschaftsvertretung und Bauernverband deutlich. Während die IHK langfristige Veränderungen anmahnt, unterstützt der Bauernverband den kurzfristigen Schritt.

    Ökonomen üben Kritik an Tankrabatt

    Auch Wirtschaftswissenschaftler äussern Kritik an der Massnahme. DIW-Präsident Marcel Fratzscher bezeichnete sie als teuer, sozial ungerecht und ökonomisch kontraproduktiv, wie die «Heise» schreibt.

    Er plädiert stattdessen für direkte Zahlungen an Bürger. Ifo-Präsident Clemens Fuest hält der «Heise» zufolge einkommensabhängige Direktzahlungen ebenfalls für sinnvoller.

    Fuest sieht zudem Probleme beim geplanten Spritpreisdeckel. Eine staatliche Obergrenze könne nach seiner Einschätzung den Wettbewerb zwischen Mineralölkonzernen beeinträchtigen.

    Greenpeace fordert Kurswechsel

    Auch Greenpeace kritisiert die Unterstützung fossiler Kraftstoffe. Die Umweltorganisation fordert laut dem «SWR» einen Plan für einen möglichst schnellen Ausstieg aus Diesel und Benzin.

    Parallel soll ein Spritpreisdeckel eingeführt werden. Die konkrete Höhe steht noch nicht fest, berichtet der «Deutschlandfunk».

    Tanken Tankrabatt
    Der Tankrabatt soll Autofahrer ab Oktober beim Tanken finanziell entlasten. (Symbolbild) - keystone

    Die Bundesregierung will dazu mit den Mineralölkonzernen verhandeln. Der Tankrabatt muss ausserdem noch Bundestag und Bundesrat passieren.

    Kommentare

    User #3920 (nicht angemeldet)

    Zuerst 50% Steuern drauf und dann Rabatt geben ... dümmer geht nimmer.

    User #3784 (nicht angemeldet)

    Ich habe meinen Rabatt anders erreicht. Dank Strom kostet mich, im unglücklichsten Fall, dass kein Gratisstrom von der PV zur Verfügung steht, trotzdem 64% weniger als Benzin. So geht das.

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