Kanton Zürich am Anschlag: Jetzt soll vegane Katzenstreu her!
Frauchen und Herrchen im Kanton Zürich sollen das Katzenklo mit pflanzlicher Streu füllen. Supermärkte passen das Sortiment aber nicht an – aus guten Gründen.

Das Wichtigste in Kürze
- Anstatt der herkömmlichen Streu sollen Zürcher Halter Streu aus Pflanzenfasern verwenden.
- Migros und Coop bieten weiterhin auch Bentonit-Streu an.
- Die empfohlene Alternative macht nicht alle glücklich.
Katzen, die aufs Kistchen gehen, müllen den Kanton Zürich zu. Sie hinterlassen nicht nur ihr Geschäft, sondern auch Berge von Katzenstreu. In der Kehrichtverwertungsanlage wird die Streu verbrannt. Da diese oft das Tonmineral Bentonit enthält, bleibt nach der Verbrennung eine Schlacke aus Mineralien und Metallen zurück.
Rund 9000 Tonnen oder 450 Lastwagenladungen Schlacke nur durch Katzensand muss der Kanton Zürich jährlich entsorgen.
Kürzlich schlug der Kanton Alarm: «Der Platz zur Deponierung von Kehrichtschlacke wird im Kanton Zürich immer knapper.» Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) empfiehlt deshalb, Katzenstreu aus Pflanzenfasern zu verwenden.
«Verfolgen die Entwicklung aufmerksam»
Die Grossverteiler Migros und Coop führen den Problem-Katzensand aber nach wie vor im Sortiment. «Wir nehmen die Diskussion rund um Bentonit ernst und verfolgen die Entwicklung aufmerksam», sagt Migros-Mediensprecherin Laura Dikhoff auf Anfrage.
«Gleichzeitig möchten wir unseren Kundinnen und Kunden eine breite Auswahl bieten.» Deshalb führten sie neben Alternativen auch weiterhin mineralische Katzenstreu im Sortiment.
Auch Coop plant nicht, die herkömmliche Katzenstreu aus dem Sortiment zu nehmen.
«Als Vollsortimenterin bieten wir unseren Kundinnen und Kunden weiterhin eine umfassende Auswahl an und überlassen ihnen die Wahlfreiheit.» Die sagt Mediensprecherin Melanie Kälin.
Klumpen, Geruch und heikle Katzen
Beide Grossverteiler stellen jedoch eine erhöhte Nachfrage nach Alternativen zu mineralischer Katzenstreu fest. Zumindest für die Migros ist dies kein Grund, das Sortiment voll auf pflanzliche Streu umzustellen. «Wir bieten beide Produktkategorien an, weil mineralische Katzenstreu bei vielen Kundinnen und Kunden beliebt bleibt», sagt Laura Dikhoff.
Dahinter dürfte mehr als eine Gewohnheit stecken. Denn: Die Wahl der Katzenstreu ist fast eine Wissenschaft für sich.
Wichtig ist, dass die Streu den Urin aufsaugt und kompakte Klumpen bildet und nicht riecht. Froh sind Frauchen und Herrchen auch, wenn sich die Körner nicht in der Wohnung verteilen. Und ganz wichtig: Den Samtpfoten muss das neue Material passen – Katzen sind bekanntlich heikel.
«Hat überall hingepinkelt»
Die Produktbewertungen zu den pflanzlichen Alternativen fallen mehrheitlich positiv aus. Einige User haben aber negative Erfahrungen gemacht.
Die Migros bietet zum Beispiel für knapp zehn Franken eine Zehn-Liter-Packung «Fatto Forest» an. «Ich finde den Sand zu grobkörnig und er klumpt nicht besonders gut», schreibt ein User auf der Community-Seite Migipedia. «Ich wollte mal einen pflanzlichen Sand ausprobieren.» Das herkömmliche Produkt gefalle ihm aber besser.
Ein User hat keinen sauberen Boden mehr: «Da die Körnchen so leicht sind, schleppt meine Katze mit ihren flauschigen Pfoten mehr davon aus der Kiste.»
Ein Stubentiger mied wegen des neuen Produkts das Katzenklo sogar. «Nach der Verwendung dieses Sandes hat meine Katze bei uns überall hingepinkelt», schreibt der User. Er empfehle ihn daher nicht.
Bei Coop gibt es etwa für knapp zehn Franken eine Zehn-Liter-Packung Oecoplan Katzenstreu. Auch dort fallen die Bewertungen nicht durchwegs positiv aus.
«Fängt schnell an zu stinken», schreibt eine Kundin im Online-Supermarkt. Ein enttäuschter Kunde meldet: «Bei uns hat diese Sorte extrem gestäubt. Trotzdem gibt es einen Brei anstatt Klumpen!!!»




















