G20

    Maas warnt bei G20 vor «Impfstoffdiplomatie» von China und Russland

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Italien,

    Deutschlands Aussenminister Heiko Maas hat China und Russland davor gewarnt, die Verteilung von Corona-Impfstoffen für den Ausbau ihres Einflusses in der Welt zu nutzen. Es dürfe nicht darum gehen, «kurzfristige geostrategische Vorteile zu erzielen», sagte Maas am Dienstag beim G20-Treffen im süditalienischen Matera.

    European Council in Brussels
    Deutschlands Aussenminister Heiko Maas. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • China und Russland gehören wie Deutschland der G20 an, in der sich wirtschaftsstarke Staaten aller Kontinente zusammengeschlossen haben, um globale Probleme gemeinsam anzugehen.

    Beim diesjährigen Aussenministertreffen standen neben der Pandemiebekämpfung der Klimaschutz und die Afrika-Hilfe auf der Tagesordnung.

    China und Russland haben sehr früh Impfstoffe an andere Länder abgegeben und sich damit den Vorwurf der «Impfstoffdiplomatie» eingehandelt. Die G7 der führenden westlichen Industrienationen hatte zuletzt auf ihrem Gipfel in Grossbritannien vor zwei Wochen beschlossen, mit eigenen Zusagen für ärmere Länder gegenzusteuern.

    Bis heute hat China mehr als 350 Millionen Impfdosen an mehr als 80 Länder geliefert. Was gespendet, zu Marktpreisen oder billig verkauft wurde, bleibt unklar. Deutlich weniger hat Russland geliefert. Offizielle Zahlen gibt es nicht.

    Ärmere Länder, aber auch die USA, setzen sich seit geraumer Zeit für eine Aussetzung des Patentschutzes für Impfstoffe ein, um die weltweite Impfkampagne zu beschleunigen. Maas erklärte sich am Rande des Gipfels grundsätzlich zu Gesprächen darüber bereit. «Ich finde, dass man grundsätzlich über die Aufhebung von Impfstoffpatenten sprechen muss», sagte er und schlug damit andere Töne als Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel an, die den Patentschutz vehement verteidigt. Maas sagte aber auch, dass dies eine sehr formale und langwierige Diskussion sei. Deshalb müsse man «zweigleisig» vorgehen. Jetzt müsse es erstmal um die Verbesserung der Lieferketten und den Ausbau der Produktionsstätten in ärmeren Ländern gehen. «Im Moment hilft nur, was schnell geht», betonte Maas.

    Die G20 hatte sich im Mai bereits bei einem digitalen «Welt-Gesundheitsgipfel» auf Grundsätze für eine stärkere Zusammenarbeit in Krisen wie der Corona-Pandemie geeinigt. Danach soll es Exportstopps und blockierte Lieferketten wie in dieser Pandemie nicht mehr geben. Impfstoffhersteller sicherten ärmeren Ländern ausserdem die Lieferung von mehr als einer Milliarde Corona-Impfdosen bis zum Jahresende zu.

    Bereits am Montag hatten sich viele Teilnehmer des G20-Treffens bei einer Konferenz der Koalition gegen die Terrororganisation Islamischer Staat in der italienischen Hauptstadt Rom getroffen. Als Ort für das Aussenministertreffen wählten die italienischen Gastgeber das für seine Höhlensiedlungen bekannte und bei Touristen sehr beliebte Matera aus. Die Altstadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe, 2019 war Matera Kulturhauptstadt Europas.

    Mit dem G20-Treffen endet auch die einwöchige Europa-Reise von US-Aussenminister Antony Blinken, während der er für zwei Tage zu seinem Antrittsbesuch in Deutschland war.

    Kommentare

    Weiterlesen

    gg
    12 Interaktionen
    Welt-Neuheit
    KI
    235 Interaktionen
    Gefahr

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    262 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    St. Gallen
    St. Gallen

    MEHR G20

    g20 finanzminister
    9 Interaktionen
    Foto-Boykott
    G20
    4 Interaktionen
    Asheville
    klingbeil krieg iran
    18 Interaktionen
    Für Bloomberg
    Merz G20 Südafrika
    48 Interaktionen
    Deutscher Kanzler

    MEHR AUS ITALIEN

    Venedig
    2 Interaktionen
    Bei Venedig
    x
    25 Interaktionen
    «Fire!»
    3 Interaktionen
    Verona
    Rallye-WM
    1 Interaktionen
    Final auf Sardinien