Nach WEF: US-Finanzminister nörgelt über das Essen
Das WEF geht heute in den letzten Tag. Donald Trump ist zwar abgereist, er und seine Grönland-Fantasien dürften aber weiterhin dominieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Das WEF geht heute, Freitag, zu Ende.
- Donald Trump ist zwar abgereist, wird aber wohl weiterhin die Gespräche prägen.
- Mit dem Ticker verpasst du keine neue Entwicklung.
Das WEF in Davos GR geht heute Freitag zu Ende. Auch nach der Abreise hochrangiger Gäste wie Donald Trump oder Wolodymyr Selenskyj werden weitere spannende Reden erwartet.
Die dominierenden Themen werden wohl erneut Grönland, die Zölle und der neue «Friedensrat» von Donald Trump sein.
Mit dem Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden.
Bessent bringt nächstes Jahr Pop-Tarts ans WEF
11.20: US-Finanzminister Scott Bessent (63) zeigt sich vom diesjährigen WEF in Davos gar nicht begeistert – zumindest nicht in kulinarischer Hinsicht.
In einem Interview mit dem Fernsehsender «Real America's Voice» äusserte Bessent Kritik an der Verpflegung rund ums WEF: «Vor einigen Jahren hatte die Davoser Elite die Vision, dass wir künftig Insekten und Käfer essen würden. Nach ein paar Tagen hier könnte ich vielleicht tatsächlich auf Insekten und Käfer umsteigen.»

Offenbar fand der US-Finanzminister das Angebot so schlecht, dass er die Kulinarik nächstes Jahr gleich selbst übernehmen will – mit einem bekannten US-Gebäck: «Nächstes Jahr bringe ich ein paar Pop-Tarts mit.»
Dank Reaktion der EU keine Strafzölle?
09.15: US-Präsident Donald Trump hat am WEF überraschend bekannt gegeben, dass er doch keine Strafzölle erheben wird.
Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, war ein entscheidender Grund für den Sinneswandel die schnelle und entschlossene Reaktion der Europäischen Union. Die Zeitung beruft sich dabei auf Regierungskreise.
Am Donnerstagabend trat in Brüssel kurzfristig ein Europäischer Sonderrat zusammen. Dort wurden mögliche Gegenzölle diskutiert. Dies für den Fall, dass Trump an seiner Drohung festhält, europäische Staaten mit Strafzöllen zu belegen, die sich gegen eine gewaltsame Annexion Grönlands aussprechen.
Ausschlaggebend für Trumps Einlenken war demnach letztlich die Sorge um negative Folgen für die US-Binnenwirtschaft.
Keller-Sutter spricht über «Ära der Machtpolitik»
03.00: Karin Keller-Sutter hat am WEF in Davos über die Rückkehr der Machtpolitik gesprochen. «Wir sind zurück in einer Ära einer brutalen, recht schamlosen Machtpolitik.» Dies sagte die Finanzministerin in der am Mittwoch aufgenommenen SRF-Sendung «Gredig direkt».
«Beunruhigt ist man natürlich schon, ich auch, mit dem, was passiert, es ist nicht zum Vorteil der Schweiz», sagte Keller-Sutter weiter. «Letztlich können wir es aber nicht verändern. Wir müssen versuchen, uns in der Welt so gut wie möglich zu bewegen.»

Jetzt konzentriere sich die Macht wieder in den Händen von Wenigen, mittelgrosse Staaten wie Deutschland sowie kleine Staaten wie die Schweiz würden an den Rand gedrängt, so die Bundesrätin weiter. Politisch sei die Schweiz nicht mächtig – und diesem «Sturm» daher «voll ausgesetzt».
Auf die Frage, ob die Schweiz in dieser heutigen Welt, trotz neuer Freihandelsabkommen oder Allianzen primär auf sich selber schauen müsse, antwortete Keller-Sutter: «Man muss immer zuerst die Interessen des eigenen Landes wahrnehmen. Aber um diese Interessen wahrzunehmen, muss man auch mit anderen reden».
Auch spüre man bereits eine Gegenbewegung zur gegenwärtigen Machtpolitik: Sie habe beobachtet, «dass es auch eine Bewegung gibt von Ländern, die sich vielleicht nicht immer so nahe gewesen sind, die näher zusammenrücken, weil sie Gegensteuer geben wollen», so die Schweizer Finanzministerin. Da spüre man sehr, dass es eigentlich einen grossen Willen zur Zusammenarbeit gäbe.
Trump fiel erneut mit Bluterguss an Hand auf
02.55: Donald Trump ist beim Weltwirtschaftsforum in Davos erneut mit einem Bluterguss an seiner Hand fotografiert worden.

Darauf angesprochen, sagte er auf dem Rückflug in die USA vor Journalisten, er habe seine Hand an einem Tisch gestossen. Der 79-Jährige verwies dabei auch auf seine Einnahme von Aspirin: «Ich würde sagen, nehmen Sie Aspirin, wenn Ihnen Ihr Herz lieb ist, aber nehmen Sie kein Aspirin, wenn Sie keine kleinen Blutergüsse haben wollen.»
Von der Leyen: Zu wenig in Grönland investiert
02.45: Ursula von der Leyen hat vor dem Hintergrund politischer Spannungen mit den USA Fehler der Europäer im Umgang mit Grönland und der Arktis eingeräumt. «Wir haben gemeinsam zu wenig in die Arktis und die Sicherheit der Arktis investiert», sagte sie nach einem EU-Sondergipfel. Daher sei es jetzt höchste Zeit, einen Gang höher zu schalten.
Trump hatte seinen Besitzanspruch mit sicherheitspolitischen Überlegungen begründet. Von der Leyen erklärte, bei diesen Fragen die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten vertiefen zu wollen, aber auch die mit Grossbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen Partnern. «Das ist zu einer echten geopolitischen Notwendigkeit geworden», sagte sie.
Zudem müsse insbesondere in arktistaugliche Ausrüstung investiert werden, also etwa einen europäischen Eisbrecher. Im nächsten EU-Haushalt ab 2028 wolle die Kommission zudem die finanzielle Unterstützung für Grönland verdoppeln, das zum Hoheitsgebiet Dänemarks gehört. Von der Leyen kündigte ein «umfangreiches Investitionspaket» an, das Brüssel demnächst vorstellen wolle.











