Kardinäle sauer: Gästehaus des Vatikans wird zum Hotel
Papst Leo XIV. gibt grünes Licht: Der Vatikan verpachtet künftig eine seiner Immobilien. Eine private Betriebsgesellschaft plant darin ein 4-Sterne-Hotel.

Das Wichtigste in Kürze
- Die «Domus Paul VI», ein kirchliches Haus des Vatikans, wird künftig als Hotel genutzt.
- Der Vatikan verpachtet das Gebäude für rund fünf Millionen Euro pro Jahr.
- Zwei Kardinäle müssen aus dem Gästehaus ausziehen.
Die «Domus Paul VI.», ein Gästehaus des Vatikans, diente in den Siebzigerjahren als günstige Unterkunft für Bischöfe, Priester und Kardinäle. Doch künftig werden in diesem Haus im Zentrum Roms Gäste wohl etwas mehr bezahlen.
Es soll nämlich für die nächsten 30 Jahre an eine private Betriebsgesellschaft verpachtet werden, die darin ein 4-Sterne-Hotel plant.
Wie die italienische Zeitung «Il Messagero» berichtet, erhält der Heilige Stuhl dafür rund fünf Millionen Euro im Jahr.
Die langfristige Vermietung sei laut dem Vatikan notwendig, da das Gebäude sonst hätte saniert werden müssen. Die dafür notwendige Summe bis zu 60 Millionen Euro könne der Vatikan nicht aufbringen.
Geistliche müssen neue Unterkünfte suchen
Der Erlös soll die Unterbringung von Geistlichen in anderen kirchlichen Häusern sicherstellen. Geistliche, die bis anhin im Haus lebten, wurden aufgefordert, neue Unterkünfte zu suchen.
Bei den Betroffenen kommt der Entscheid nicht gut an: Zwei im Haus wohnhafte Kardinäle baten im Vorfeld Papst Leo XIV., die ursprüngliche Bestimmung des Gebäudes zu bewahren. Gemäss dem Papst gibt es jedoch keine Alternative.

Vor seiner Amtszeit hatte auch Papst Franziskus, der im vergangenen Jahr verstarb, in der Domus gewohnt.
2013 ging ein Bild aus dem Haus um die Welt, das den frisch gewählten Papst an der Rezeption zeigt. Er erschien dort, um seine Rechnung per Kreditkarte zu begleichen.



















