Leerfang für Annick Girardin: Nachdem sie französische Fischer entschädigen will, werfen ihr diese schlechten Verhandlungsfähigkeiten vor.
Fischerboote liegen im Hafen von Boulogne. Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa
Fischerboote liegen im Hafen von Boulogne. Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Französische Fischer sollen mit 40 bis 60 Millionen Franken entschädigt werden.
  • So schlägt es die Meerministerin Annick Girardin vor.
  • Dies, weil die Verhandlungen zu Fischereilizenzen mit England nicht vorankommen.

Zoff um Fischereirechte: Im Streit mit Grossbritannien muss sich Frankreichs Meeresministerin Annick Girardin gegen Vorwürfe des Einknickens verwehren. Mögliche Entschädigungen für leer ausgegangene Fische bedeuteten nicht, zu kapitulieren, sagte sie am Freitag im Sender Franceinter.

«Das heisst nicht, dass wir aufhören, für die Rechte der Fischer zu kämpfen.» Es gebe weiterhin tägliche Verhandlungen mit Grossbritannien.

Girardin hatte am Donnerstag bei einem Treffen der Fischereibranche angekündigt. Sie habe eine Kostenschätzung für Entschädigungen von Fischern in Auftrag gegeben, die künftig nicht weiter in britischen Gewässern fischen dürfen. Dafür könnten 40 bis 60 Millionen Euro fliessen, zitierte die Zeitung «Les Échos» Girardin.

Den französischen Fischern unwürdig

Von Fischern und der Opposition wurde danach Kritik laut. Es sei unwürdig, für das Verhalten der Engländer zu zahlen, statt es den Fischern zu ermöglichen, zu arbeiten; so twitterte die Rechtsaussen-Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Pierre Vogel, Fischer aus Saint-Malo, sagte der Zeitung «Ouest France»: «Man hat den Eindruck, dass sie (die Regierung) sich auf ein Ende der Verhandlungen vorbereiten.»

In der Auseinandersetzung zwischen Paris und London geht es um Fischereilizenzen für französische Fischer in britischen Gewässern. Frankreich wirft Grossbritannien vor, sich nicht an Brexit-Abmachungen zu halten und französischen Fischern entgegen der Vereinbarung Lizenzen zu verweigern. London weist die Anschuldigungen zurück.

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