Italien lädt für den 12. Oktober zu einem G20-Sondergipfel über die Krise in Afghanistan ein. Das verkündete Ministerpräsident Mario Draghi am Mittwoch. Der Regierungschef und G20-Vorsitzende hatte ein solches Treffen schon seit der Machtübernahme der Taliban am Hindukusch im August forciert. Bei den Beratungen sollen neben den 20 wichtigsten Industrienationen der Welt auch andere Länder und Akteure wie die Vereinten Nationen oder die Weltbank dabei sein, sagte er.
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Bewaffnete Taliban-Mitglieder auf einem lokalen Markt in Kabul. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Ziel des Sondergipfels sei zuallererst, Lösungen zur Bekämpfung der «humanitären Katastrophe» in dem bitterarmen Land zu suchen.

«Es ist die Pflicht der reichsten Länder dieser Welt, etwas zu tun», betonte Draghi. «Es geht darum, Menschenleben zu retten.»

Als zweiten zentralen Aspekt der Beratungen in knapp zwei Wochen nannte der Ministerpräsident den Kampf gegen den Terrorismus. «Welche Massnahmen können die G20 treffen, um zu verhindern, dass Afghanistan wieder zum Nest des Terrorismus wird?», fragte Draghi.

Die Aussenminister der G20 hatten bereits am Rande der UN-Vollversammlung in New York den Gipfel vorbereitet. Gut zwei Wochen nach den Afghanistan-Beratungen steht in Rom das reguläre Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der G20 an.

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