Islamkritiker warnt: «Stehen vor Welle der Radikalisierung»
Nach dem tödlichen Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin wird der Fall um den mutmasslichen Täter Abdul B. (†21) weiter aufgearbeitet.

Im Überblick
Am Samstagabend war ein weisser Transporter beim Christopher Street Day in Berlin in eine Menschenmenge gefahren. Mindestens eine Person starb, 29 weitere wurden verletzt oder schwerstverletzt, die Feier wurde daraufhin abgebrochen.
Der Fahrer floh zunächst, die Polizei leitete eine Grossfahndung ein und identifizierte den Verdächtigen. Es handelt sich um den 21-jährigen Abdul B., der der islamistischen Szene zugerechnet wird.
Am Sonntagabend spürte das SEK Berlin den Verdächtigen in einer Kleingartenanlage in Spandau auf. Nach Polizeiangaben lief Abdul B. mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zu, woraufhin diese das Feuer eröffneten. Trotz Reanimationsversuchen starb er noch am Tatort.
Das Wichtigste gibt es hier im Nau.ch-Ticker:
Der deutsch-israelische Psychologe und Extremismusforscher Ahmad Mansour hat sich gegenüber der «Bild» zum mutmasslich islamistischen Anschlag beim CSD in Berlin geäussert. Mansour, selbst Muslim, warnte eindringlich: «Wir stehen vor einer Radikalisierungs-Welle», sagte er.
Seit dem 7. Oktober 2023 erlebe er an Schulen eine Zunahme an Radikalisierung, wie er sie zuvor noch nie gesehen habe, so Mansour weiter. Viele Jugendliche mit muslimischem Hintergrund hätten das Gefühl, Deutschland sei «Mittäter» am Krieg in Gaza und lasse Muslime im Stich – ein Gefühl, das Islamisten gezielt ausnutzten, um radikalisierungsbereite Personen zur Gewalt zu bewegen.

Mansour verwies zudem auf bestehende Parallelgesellschaften in Deutschland. Damit meine er nicht einfach Strassenzüge, in denen Arabisch gesprochen werde, sondern Orte, an denen Kinder in Deutschland aufwachsen und geboren würden, ohne die Grundwerte des Landes zu teilen. Genau das treffe auch auf den Attentäter von Berlin zu.
«Politik und Bevölkerung hatten Angst das Thema anzusprechen»
Beim Thema Islamismus habe Deutschland «viele Jahre verschlafen», kritisierte Mansour weiter. Man habe sowohl in Teilen der Bevölkerung als auch in der Politik Angst gehabt, das Thema anzusprechen und Lösungen anzubieten.
Die Zurückhaltung erklärt Mansour mit einem gesellschaftlichen Klima, in dem jede Kritik am Islamismus schnell als «anti-muslimischer Rassismus» gebrandmarkt werde.

Jetzt sei es an der Zeit, dass alle Parteien das Thema ernster nähmen und konkrete Massnahmen entwickelten, um vor allem jugendliche Musliminnen und Muslime der zweiten und dritten Generation vor Islamismus zu schützen.















