Kein Ende in Sicht: Fliegen wird seit 2021 immer teurer
Flugreisen haben sich in den letzten fünf Jahren in der Schweiz stark verteuert. Nach Einschätzung des Vergleichsdienstes Comparis dürften die Flugpreise in den kommenden Monaten gar noch weiter steigen.

Das Wichtigste in Kürze
- Fliegen ist seit 2021 teurer geworden – und zwar deutlich.
- Doch damit nicht genug: In den nächsten 12 Monaten sollen die Preise weiter steigen.
- Vor allem in der Business Class soll der Preisanstieg stark zu spüren sein.
Für einen Flug bezahlen die Reisenden heute knapp 70 Prozent mehr als 2021, wie Comparis in dem am Dienstag publizierten Freizeit-Preisindex festhält. Damit sei aber das Ende längst nicht erreicht: Fliegen werde in den nächsten 12 Monaten wohl noch teurer.
Treiber dieser Entwicklung seien vor allem höhere Treibstoff-, Personal- und Wartungskosten.

Vor allem Tickets für die Business Class dürften laut Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn weiter anziehen. «Das Angebot bleibt begrenzt, der Wettbewerb ist geringer und die Kundschaft reagiert weniger empfindlich auf Preisänderungen. Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft höher.»
Hotellerie mit weniger starkem Anstieg
Im Vergleich zu den Flügen erhöhten sich die Preise in der Hotellerie im gleichen Zeitraum mit knapp 14 Prozent weniger stark. Und in der Parahotellerie sanken sie sogar: Camping, Ferienwohnungen und BnB sind heute um knapp 3 Prozent billiger als vor 5 Jahren.
Der Freizeit-Preisindex misst die Preisentwicklung in den Bereichen Freizeit, Kultur, Gastronomie und Reisen und stützt sich stark auf die vom Bundesamt für Statistik (BFS) im Landesindex für Konsumentenpreise gemessenen Daten.
In der Monatsbetrachtung ist der Index im Juni 2026 zum Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen, nach einem Plus von 0,3 Prozent im Mai. Am stärksten seien im Juni die Preise für sonstige Dienstleistungen für Individualverkehr (Automiete, Carsharing etc.) gestiegen, hiess es.
Sie erhöhten sich um 4,6 Prozent. Zudem verteuerten sich auch die Preise in der Parahotellerie zuletzt (+3,9 Prozent). Günstiger wurden dagegen Bild- und Tonträger (-5,8 Prozent), Fernseh-, Audio- und Videogeräte (-1,9 Prozent) oder Foto- und Videoausrüstung (-0,9 Prozent).
Im Juni gingen die Flugpreise etwas zurück
Für den Luftverkehr wurde im Juni indes entgegen der mehrjährigen Entwicklung 7,3 Prozent weniger als im Mai bezahlt. «Nach den sehr hohen Preisen im April wurden verschiedene Tarife im Mai und Juni nach unten angepasst», begründete Kuhn.

Die Buchungsbereitschaft habe etwa wegen der gestiegenen Ticketpreise oder der Sorgen um die Kerosinversorgung nachgegeben. Verglichen mit Juni 2025 stehen die Flugticketpreise aber weiter mit 3,4 Prozent im Plus.






