Betreutes Wohnen: Notrufsysteme für ältere Menschen
Notrufsysteme geben älteren Menschen Sicherheit im Alltag und ergänzen das betreute Wohnen, wenn schnelle und verlässliche Hilfe erforderlich ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Notrufsysteme sind eine sinnvolle Ergänzung zum betreuten Wohnen.
- Sie ersetzen keine Betreuung, können aber die Selbstständigkeit und das Vertrauen stärken.
- Im betreuten Wohnen erhalten Sie durch die Angestellten zusätzlichen Halt.
Ein falscher Tritt im Badezimmer, nächtlicher Schwindel oder die Unsicherheit nach einer Operation: Momente, die für ältere Menschen schnell brenzlig werden können. Vor allem dann, wenn man gerade allein in der Wohnung ist.
Notrufsysteme sind dann hilfreich. Sie ersetzen weder die menschliche Pflege noch den Arztbesuch. Aber sie garantieren, dass Hilfe sofort organisiert wird, wenn es darauf ankommt.
Besonders im betreuten Wohnen sind solche Systeme Gold wert. Viele ziehen dorthin, um unabhängig zu bleiben, wollen aber im Ernstfall nicht auf sich allein gestellt sein.
Ein Blick auf die Zahlen: Warum das Thema uns alle angeht
Laut den Bevölkerungsszenarien des Bundesamtes für Statistik von 2025 machen die über 65-Jährigen aktuell rund ein Fünftel der Bevölkerung aus. Bis 2055 wird dieser Anteil auf etwa 25 Prozent klettern. Die Zahl der Seniorinnen und Senioren wächst bis dahin.
Nun heisst älter werden natürlich nicht automatisch, dass man pflegebedürftig ist. Viele bleiben bis ins hohe Alter fit. Doch das Risiko für unvorhergesehene Zwischenfälle nimmt nun mal zu.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung hielt 2024 fest, dass jährlich fast 1600 ältere Menschen in der Schweiz an den Folgen eines Sturzes sterben. Und das leider dort, wo sich ältere Personen am sichersten fühlen: Zu Hause.
Funktionsweise: Einfache Technik, grosse Wirkung
Ein Notrufsystem besteht aus zwei Teilen: einem kleinen Sender und einer Empfangsstelle. Den Sender trägt man meist diskret als Armband oder Halskette. Ein Knopfdruck genügt, und die Verbindung zu einer Notrufzentrale oder zu Angehörigen steht.
In Wohnanlagen für betreutes Wohnen ist oft eine interne Kette dahintergeschaltet. Aber natürlich ist im Notfall auch wichtig, dass die Angehörigen Bescheid wissen.
Betreutes Wohnen: Von stationär bis mobil
Die Basisvariante für alle, die sich meist in der Wohnung aufhalten, ist der Hausnotruf. Der Radius ist hier auf die eigenen vier Wände begrenzt.

Wer viel unterwegs ist, fährt mit einer mobilen Lösung besser. Dank GPS-Ortung weiss die Zentrale sofort, wo Sie sich befinden, falls Sie sich nach einem Sturz nicht mehr erinnern können.
Manche Geräte schlagen bei abrupten Bewegungen automatisch Alarm. Das ist ein nettes Extra, aber nicht unfehlbar. Ein Fehlalarm oder ein «sanfter» Sturz, der nicht erkannt wird, kommen vor.
Betreutes Wohnen: Würde und Entlastung im Alltag
Sicherheit im Alter hat viel mit Würde zu tun. Niemand möchte das Gefühl haben, ständig überwacht zu werden. Ein Notrufsystem arbeitet im Hintergrund. Auch für die Angehörigen ist das eine enorme Erleichterung.
Das Wissen, dass im Notfall Profis reagieren, nimmt den Druck von den Schultern. Ein Notrufknopf ist aber keine «Komplettversicherung». Fragen Sie beim Einzug in eine Wohnform genau nach den Kosten, der Erreichbarkeit und den Testintervallen der Geräte.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die Bedienung muss kinderleicht sein. Winzige Tasten oder komplizierte Menüs sind im Stress unbrauchbar. Achten Sie auf Lautsprecher, die gut verständlich sind, und Knöpfe, die man auch mit zittrigen Fingern trifft.

Der Knopf ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Werkzeug für mehr Freiheit. Technisch gesehen sollten Sie zudem prüfen, ob der Funk auch im Keller oder auf dem Balkon reicht.
Betreutes Wohnen: Mehr Lebensqualität
Ein Notrufsystem verhindert keine Stürze. Es ersetzt nicht das Wegräumen von Stolperfallen, gute Beleuchtung oder regelmässiges Fitnesstraining.
Es stellt jedoch sicher, dass man nach einem Sturz nicht stundenlang hilflos am Boden liegen bleibt. Das bedeutet für Seniorinnen und Senioren mehr Lebensqualität und für die Familie mehr Ruhe.
Im betreuten Wohnen können die Angestellten über solche Systeme schnell gerufen werden, um den Menschen zu helfen. Trotzdem ist es wichtig, auch darüber aufzuklären, wie im Notfall die Familienangehörigen kontaktiert werden können.













