Hantavirus: Holländer bauen Quarantänedorf für Seuchen-Schiff
In Rotterdam steht ein Quarantänedorf bereit: Heute Montag legt das Hantavirus-Schiff «Hondius» an.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Kreuzfahrtschiff «Hondius» läuft am Montag in Rotterdam ein – nach drei Toten an Bord.
- Helfer haben am Wochenende ein Quarantänedorf für 25 Crewmitglieder und zwei Ärzte gebaut.
- Schon in 12 Tagen soll die «Hondius» wieder auslaufen – mit neuen Passagieren an Bord.
Es ist das Ende einer tödlichen Kreuzfahrt: Am Montag läuft das Kreuzfahrtschiff MV «Hondius» im Hafen von Rotterdam ein. Rotterdam ist die letzte Station nach dem dramatischen Hantavirus-Ausbruch an Bord. Drei Passagiere sind bereits gestorben, eine Französin kämpft in Paris an einer künstlichen Lunge weiter um ihr Leben.
Im Rotterdamer Hafen errichteten Helfer am Wochenende ein ganzes Quarantänedorf für die «Hondius». Das berichtet unter anderem die «Bild». In den provisorischen Unterkünften sollen die verbliebenen 25 Crewmitglieder und zwei Ärzte isoliert werden.
Die Rumpfmannschaft hatte das Schiff nach der Evakuierung der Passagiere in Teneriffa bis nach Rotterdam gebracht. Nach Angaben des Betreibers Oceanwide Expeditions zeigt aktuell niemand Symptome. Auch der Leichnam einer 78-jährigen Deutschen soll hier von Bord gebracht werden.
Desinfektion mit UV-Licht
In Rotterdam sollen umfangreiche Desinfektionsmassnahmen auf der «Hondius» durchgeführt werden. Wie genau die Reinigung abläuft, ist offiziell noch nicht bekannt.
Experten gehen aber davon aus, dass alle 80 Kabinen, Gemeinschaftsbereiche und häufig berührte Oberflächen mit speziellen Mitteln behandelt werden. Zusätzlich könnte UV-Licht zum Einsatz kommen.

Virusforscher Erik Hill erklärt: «Übliche Desinfektionsmittel und UV-Licht reichen aus, um das Virus abzutöten.» Entscheidend sei eine gründliche Reinigung aller Bereiche an Bord.
Schon in 12 Tagen sollen neue Passagiere an Bord
Trotz des dramatischen Ausbruchs plant die Reederei bereits neue Reisen. Auf der Website von Oceanwide Expeditions wird die nächste Arktis-Kreuzfahrt der «Hondius» weiterhin für den 29. Mai geführt. Startpunkt soll das isländische Keflavik sein.
Ob das Schiff tatsächlich rechtzeitig wieder ablegen darf, ist allerdings offen. Die Reederei rechnet bis Ende Woche mit Klarheit darüber, ob das Schiff wieder auslaufen kann.
Bislang sind elf Infektionen bekannt, neun davon offiziell bestätigt. Besonders dramatisch bleibt der Fall der Französin in Paris. Ihr Arzt bezeichnete die Behandlung mit der künstlichen Lunge als «letzte Stufe der unterstützenden Behandlung».















