Der Streit zwischen dem Youtuber «Drachenlord» und seinen Gegnern ist über die Jahre immer weiter eskaliert. Jetzt beschäftigt sich die Justiz erneut damit. Für den Blogger steht viel auf dem Spiel.
Dem Youtuber «Drachenlord» folgen Tausende Menschen auf Youtube.
Dem Youtuber «Drachenlord» folgen Tausende Menschen auf Youtube. - Daniel Karmann/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Youtuber «Drachenlord» muss sich erneut in Nürnberg vor Gericht verantworten - und hofft in der Berufungsverhandlung eine Gefängnisstrafe noch einmal abwenden zu können.

Im vergangenen Oktober hatte ihn das Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung und anderer Straftaten zu zwei Jahren Haft verurteilt. Dagegen hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt.

Der Blogger streitet sich seit Jahren mit seinen Gegnern im Internet. 2014 verlagerte sich der Konflikt auch in die reale Welt, nachdem er seine Adresse genannt und die sogenannten Hater aufgefordert hatte, zu ihm zu kommen. Seither tauchten sie regelmässig vor seinem Haus im mittelfränkischen Dorf Altschauerberg auf, um Selfies zu machen, ihn zu beschimpfen und zu provozieren. Immer wieder musste die Polizei wegen Ruhestörung, Hausfriedensbruchs und anderer Anzeigen ausrücken.Youtuber wurde handgreiflichIn mehreren Fällen wurde der Youtuber nach gegenseitigen Beschimpfungen handgreiflich, wie er im ersten Prozess vor dem Amtsgericht Neustadt an der Aisch zugab. Dieser war aus Sicherheitsgründen ins Strafjustizzentrum in Nürnberg verlegt worden. Damals räumte der 32-Jährige ein, unter anderem einen Mann vor seinem Haus mit einer Taschenlampe attackiert und einen anderen in den Schwitzkasten genommen zu haben.

Es war bereits das zweite Mal, dass sich der Youtuber wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten musste. Im September 2019 wurde er wegen einer Pfefferspray-Attacke zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Einige der nun angeklagten Taten beging er noch während der Bewährungszeit. Auch mit Blick darauf forderte die Staatsanwaltschaft deshalb zweieinhalb Jahre Haft - also mehr als die Richterin am Ende verhängte.

Der Youtuber ist inzwischen aus Altschauerberg weggezogen und sein Haus wurde abgerissen. Nun reist er mit seinem Auto umher - die Hater verfolgen ihn dabei weiterhin. Deshalb ist nun die Frage, ob die Berufungsverhandlung Frieden bringen kann.

Erneut sollen dort Polizisten und die Geschädigten aussagen. Das Landgericht hat ausserdem ein psychiatrisches Gutachten zur Schuldfähigkeit in Auftrag gegeben. Das Ergebnis könnte nach Angaben eines Gerichtssprechers Einfluss auf das Strafmass haben. Die Verhandlung könnte sich seiner Einschätzung nach bis in den späten Nachmittag hinziehen.

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