Inflation

    Gefühlte Inflation liegt in Deutschland bei hohen 18 Prozent

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    Deutschland,

    Die gefühle Inflation liegt in Deutschland deutlich höher als die tatsächliche. Das hat psychologische, demografische oder regionale Gründe haben.

    inflation gefühlt
    Diese Scheine sind heute sehr viel weniger wert als noch vor einem Jahr. - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die reale Inflation in Deutschland beträgt 6,1 Prozent.
    • Die gefühlte liegt allerdings bei 18 Prozent.
    • Das liegt hauptsächlich an den stark gestiegenen Preisen von häufig konsumierten Waren.

    Die von Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland wahrgenommene Inflation und die offiziell erfasste Rate weichen stark voneinander ab. Die gefühlte Inflationsrate habe im Mai mit 18 Prozent fast dreimal so hoch gelegen wie die tatsächlich ermittelte (6,1 Prozent). Das teilte der Kreditversicherer Allianz Trade am Montag in Hamburg mit.

    «Das ist nicht unerheblich, denn die gefühlte Inflation beeinflusst das Handeln der Verbraucher stark. Zum Beispiel beim Kaufverhalten», sagte Jasmin Gröschl, Senior Volkswirtin bei Allianz Trade. Diese Diskrepanz spiele daher gerade für Wirtschaft und Unternehmen sowie für die Zinspolitik eine wichtige Rolle.

    Steigende Benzin- und Lebensmittelpreise

    Das Abweichen der gefühlten von der offiziellen Inflation habe verschiedene Gründe. So achteten Verbraucher beispielsweise stärker auf Preisänderungen bei häufig anfallenden Einkäufen. Darunter fallen beispielsweise Lebensmittel und Getränken, Treibstoffe oder sonstigen Besorgungen im Supermarkt. «Wenn dort diese Preise überdurchschnittlich steigen, neigen die Menschen dazu, eine wesentlich höhere Teuerung zu empfinden.»

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    Die Europäische Zentralbank (EZB) kämpft weiterhin gegen die Inflation an. - keystone

    Aber auch andere Aspekte könnten dazu führen, dass Verbraucher den Preisanstieg anders beurteilten als die offizielle Messung: Das kann psychologische, aber auch demografische und regionale Gründe haben oder auf individuelles Konsumverhalten zurückzuführen sein. «So entstehen ein verzerrtes Bild und eine starke Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen und tatsächlichen Inflation.»

    In Deutschland zählen insbesondere Lebensmittel seit Monaten zu den Preistreibern: Nahrungsmittel verteuerten sich laut Statistischem Bundesamt im Mai binnen Jahresfrist um 14,9 Prozent.

    Grosse Unterschiede in Europa

    Doch nicht nur bei der gefühlten, auch bei der offiziellen Inflation gibt es laut der Studie grosse Unterschiede in Europa. Im Mai reichte demnach die Spanne von 2,8 Prozent in Griechenland bis 21,5 Prozent in Ungarn. Zum Vergleich: Die Inflation in der Eurozone betrug 6,1 Prozent und die gefühlte Rate zuletzt fast 17 Prozent, so Allianz Trade.

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    Der Wert des Euros sank auch, weil der US-Dollar deutlich stärker war. - Pixabay

    «Schlüsselfaktoren bei der Inflation sind die geografische Nähe zu Russland, die Abhängigkeit von Energie- und Lebensmittelimporten, staatliche Eingriffe zur Senkung einzelner Preise und die Stärke der jeweiligen Währung», erläuterte Gröschl.

    Schweiz mit sehr niedriger Inflation

    In Deutschland spielten alle Faktoren eine Rolle. Die grosse Energie-Abhängigkeit von Russland verteuerte die Rechnung dafür stark – die Bundesregierung steuerte mit Strom- und Gaspreisbremsen dagegen. In der Eurozone habe zudem ein schwacher Euro zum Dollar die Inflation erhöht. Dies geschah, weil Rohstoffe wie Öl oder Gas, die in Dollar gehandelt werden, teurer geworden seien.

    Aussergewöhnlich niedrig war die Inflation im Nicht-EU-Land Schweiz mit 2,2 Prozent im Mai. Sie profitiere unter anderem vom starken Franken, der die Inflation über die Importpreise dämpfe, hiess es.

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