SBB stoppt Züge bei Verspätung: Das sagt die Deutsche Bahn
Wegen einer Verspätung von 13 Minuten lässt die SBB einen deutschen Zug nicht nach Zürich fahren. Schon sechs Minuten reichen aus – ist das zu streng?
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Deutsche Bahn ist für ihre Verspätungen berüchtigt. Das sorgt bei länderübergreifenden Zügen auch im Schweizer Fahrplan für Chaos.
- Deshalb stoppt die SBB Züge aus Deutschland ab einer Verspätung von sechs Minuten konsequent vor dem Endbahnhof.
- Dafür hat die Deutsche Bahn Verständnis. Die Idee mit den Stopps für verspätete Züge wurde sogar gemeinsam ausgearbeitet.
Es ist ein leidiges Thema, das jeder Bahnreisende kennt, der ab und an in Deutschland unterwegs ist: die Verspätung der Züge der Deutschen Bahn.
Ein Problem ist das auch in der Schweiz. Jedenfalls dann, wenn Züge des Bahnunternehmens an einem Schweizer Bahnhof ihren Endhalt haben.

Denn: Die Schweiz hat eines der am besten abgestimmten und dichtesten Bahnsysteme der Welt.
Möglich macht dies ein integraler Taktfahrplan. Das bedeutet, dass alle Züge im gesamten Bahnnetz zeitlich aufeinander abgestimmt sind.
«Wir dürfen nicht rein, der Schweizer Zugfahrplan wird sonst durcheinandergebracht»
Kommt es da zu Verspätungen, führt das für die SBB und das Schweizer Bahnnetz zu Problemen. Deshalb entschied man im Sommer 2024, bei unpünktlichen Zügen aus Deutschland die Reissleine zu ziehen.
Züge, die mehr als sechs Minuten Verspätung haben, werden nun frühzeitig gestoppt. Für sie fährt am Stopppunkt des verspäteten Zuges zur richtigen Zeit ein Ersatzzug los.
Genau dies wurde vor kurzem einem Zug der Deutschen Bahn von Stuttgart nach Zürich zum Verhängnis. Er wurde in Schaffhausen angehalten und durfte nicht bis zum Endbahnhof, dem Zürcher HB, verkehren.
Grund dafür war eine Verspätung von lediglich 13 Minuten. In einer Durchsage erklärte die Deutsche Bahn dazu: «Wir dürfen nicht rein, der Schweizer Zugfahrplan wird sonst durcheinandergebracht.»
Deutschland und die Schweiz sind auf der Schiene gut verbunden
Passagiere aus Deutschland und Heimreisende aus der Schweiz stranden wegen der Verspätungsregelung deshalb vorzeitig.
Dennoch zeigt die Deutsche Bahn für den konsequenten Umgang der SBB mit Verspätungen Verständnis.
Gegenüber Nau.ch erklärt das Bahnunternehmen: «Deutschland ist mit der Schweiz auf der Schiene so gut verbunden wie mit keinem anderen Nachbarland.»
Die Kooperation zwischen der SBB und der Deutschen Bahn bestehe bereits seit Jahren. Derzeit gebe es «rund 100 tägliche Zugfahrten zwischen Deutschland und der Schweiz».
Deutsche Bahn und SBB haben Stopp bei Verspätung gemeinsam beschlossen
Für die Bahn ist klar: «Die Situation im grenzüberschreitenden Bahnverkehr in die Schweiz entspricht weder den Erwartungen unserer Fahrgäste noch dem Anspruch der Deutschen Bahn.»
Deshalb habe man 2022 gemeinsam beschlossen, die Auswirkungen von verspäteten Zügen aus Deutschland für die Schweiz zu minimieren. «Im Fall hoher Ankunftsverspätungen werden pausierende Züge für die pünktliche Weiterfahrt in die Schweiz eingesetzt.»
Und: «Fahrgästen, deren Fahrt dadurch vorzeitig endet, stehen für die Weiterreise zahlreiche Verbindungen innerhalb des schweizerischen Taktsystems zur Verfügung.»

















