Festnahme von deutschem Ex-Geheimdienstchef irritierte US-Dienste

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Deutschland,

    Nach der Festnahme des früheren Chefs des deutschen Auslandsgeheimdienstes Bundesnachrichtendienst (BND), August Hanning, vor einigen Wochen haben US-Geheimdienste ihre deutschen Kollegen nach Medienberichten vor Konsequenzen gewarnt.

    August Hanning
    August Hanning war von Dezember 1998 bis Ende November 2005 BND-Präsident. - keystone

    Die Botschaft lautete nach Recherchen des Westdeutschen Rundfunks (WDR), des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und der Süddeutschen Zeitung (SZ): Der deutsche Auslandsnachrichtendienst sei zwar ein wichtiger Partner, doch komme die bisherige Kooperation mit dem Dienst auf den Prüfstand.

    Trotzdem gebe es in der Zusammenarbeit zwischen dem BND und den Nachrichtendiensten der USA keine Einschränkung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Sicherheitskreisen.

    Der Hinweis erreichte den BND dem Bericht zufolge wenige Tage nach Hannings Festnahme Anfang Oktober. Der Ex-BND-Chef soll mit seinem früheren Büroleiter Manfred D. vermutlich 2010 vereinbart haben, dass D. dem fünf Jahre zuvor aus dem Amt geschiedenen Hanning gegen Bezahlung fortlaufend wertvolle BND-Erkenntnisse besorgen solle. Diese Informationen soll Hanning gewinnbringend bei seiner Beratertätigkeit verwertet haben.

    Inzwischen sitzt Hanning wegen Spionageverdachts in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 80-Jährigen geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.

    Es ist üblich, dass Nachrichtendienste befreundeter Staaten Informationen austauschen – allerdings mit dem Verständnis, dass die Quelle vertraulich behandelt wird und mit strikten Auflagen zur Weitergabe.

    Die Irritation der US-Amerikaner habe die Kooperation bislang aber nicht beeinträchtigt, hiess es. «Die Zusammenarbeit befindet sich im Normalzustand der Kooperation», erfuhr die dpa aus Sicherheitskreisen. «Es sind lediglich ein paar Arbeitsgespräche verschoben worden.» Diese seien inzwischen neu terminiert.

    Auf dpa-Anfrage wollte sich der BND selbst nicht äussern. «Der Bundesnachrichtendienst nimmt zu Angelegenheiten, die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten betreffen, grundsätzlich nicht öffentlich Stellung. Dies schliesst naturgemäss auch alle Aspekte internationaler Kooperationen ein», hiess es. Damit werde keine Aussage darüber getroffen, ob Sachverhalte zutreffend seien oder nicht.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #5570 (nicht angemeldet)

    Achso. Also hat er terroristen informationen an die USA gegeben, und weil die linken in Deutschland terroristen als schützenswerte aktivisten sehen, steht er jetzt vor Gericht?

    Weiterlesen

    Davos Loipe Snowfarming
    127 Interaktionen
    Bei 6 Grad
    Feste und Konzerte auf Friedhöfe
    17 Interaktionen
    Totenruhe

    MEHR IN POLITIK

    g20
    4 Interaktionen
    Atlanta
    Handelsschiffe
    Maskat

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Inflation
    1 Interaktionen
    Wiesbaden
    CO2 bilanz
    2 Interaktionen
    Wolfsburg
    waffenlager
    Remscheid/Wuppertal