Protest

    Fast 100 000 Euro Strafe für Twitter in Russland wegen Protest-Aufruf

    Keystone-SDA
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    Russland,

    Im Zusammenhang mit Protesten gegen die Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny ist Twitter in Russland zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

    ARCHIV - Russland hat die Geschwindigkeit von Twitter gedrosselt. Foto: Martti Kainulainen/Lehtikuva/dpa
    ARCHIV - Russland hat die Geschwindigkeit von Twitter gedrosselt. Foto: Martti Kainulainen/Lehtikuva/dpa - sda - Keystone/Lehtikuva/Martti Kainulainen

    Das Wichtigste in Kürze

    • Twitter muss in Russland rund 99 200 Euro zahlen.
    • Der Kurznachrichtendienst hat Demo-Aufrufe im Januar nicht gelöscht.

    Im Zusammenhang mit Protesten gegen die Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny ist der Kurznachrichtendienst Twitter in Russland zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Weil der US-Konzern Mitte Januar Demo-Aufrufe an Minderjährige nicht gelöscht haben soll, müsse er nun insgesamt 8,9 Millionen Rubel (rund 99 200 Euro) zahlen, urteilte ein Gericht am Freitag in Moskau.

    Im Laufe des Tages wollte das Gericht laut Agentur Interfax ausserdem noch über ähnliche Verstösse urteilen, die die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor Facebook vorwirft.

    Roskomnadsor hatte entsprechende Bussgelder gegen soziale Netzwerke bereits Anfang des Jahres angekündigt.

    Twitterinhalte seit Wochen in Russland gesperrt

    Ende Januar waren in zahlreichen russischen Städten Zehntausende Menschen für die Freilassung des populären Oppositionspolitikers Nawalny auf die Strasse gegangen, der mittlerweile in einem Straflager inhaftiert ist. Die Justiz wirft Nawalnys Mitarbeitern vor, über soziale Medien gezielt Minderjährige zur Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen aufgerufen zu haben. Die Unterstützer des 44-Jährigen wiederum sehen darin einen Vorwand, gegen die Proteste und ihre Organisatoren vorzugehen.

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    Der Kremlgegner Alexei Anatoljewitsch Nawalny im Gerichtssal. (Archivbild) - dpa

    Weil Twitter auch andere verbotene Beiträge - darunter kinderpornografisches Material - nicht gelöscht haben soll, werden einige Twitter-Inhalte seit Wochen in Russland auf viele Geräte nur noch mit geringerer Datengeschwindigkeit übertragen. Laut Roskomnadsor droht dem Kurznachrichtendienst bald sogar eine vollständige Blockade.

    Kritiker sehen darin einen Versuch, das Recht auf Meinungsfreiheit in sozialen Netzwerken einzuschränken. In Russland sind bereits Hunderte Internetseiten gesperrt, auch Seiten von Regierungsgegnern.

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