Gleichstellung

    Europa macht kaum Fortschritte bei der Gleichstellung

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    Litauen,

    Gleichstellung ist in Europa längst Thema, doch Fortschritte gibt es kaum. Eine Studie macht ernüchternde Prognosen: Wegen der Corona-Krise dürfte es weiter nur schleppend vorangehen.

    Eine Frau steht in einem Bürozimmer und hält ein Smartphone in der Hand. (Symbolbild). Foto: Annette Riedl/dpa
    Eine Frau steht in einem Bürozimmer und hält ein Smartphone in der Hand. (Symbolbild). Foto: Annette Riedl/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Europa kommt in Sachen Gleichstellung weiter nur schleppend voran - und dies dürfte einer Studie zufolge wegen der Corona-Pandemie auch so bleiben.

    Im Gleichstellungsindex 2021 erreichte die Europäische Union einen Wert von 68 von möglichen 100 Punkten, wie das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (Eige) in Vilnius am Donnerstag mitteilte. Damit lag der Wert um 0,6 Punkte höher als bei der letzten Erhebung im Vorjahr. Bis zur vollständigen Geschlechterparität werde es bei diesem Tempo fast drei Generationen dauern, hiess es in der Studie.

    Deutschland liegt leicht über dem EU-Durchschnitt

    Deutschland liegt demnach leicht über dem EU-Durchschnitt und belegt mit 68,6 Punkten den zehnten Rang - ein Plus von 1,1 Punkten. Vorne sind bei der Gleichstellung innerhalb der EU unverändert Schweden (83,9 Punkte) und Dänemark (77,8 Punkte), das Schlusslicht ist weiterhin Griechenland (52,5 Punkte). Zu den grössten Gewinnern gehören Luxemburg, Litauen und die Niederlande, während Slowenien als einziges der 27 EU-Länder Rückschritte machte.

    «Europa hat bei der Gleichstellung der Geschlechter zerbrechliche Fortschritte gemacht. Doch durch die Corona-Pandemie drohen grosse Verluste», sagte Eige-Direktorin Carlien Scheele. Frauen etwa seien im Gesundheitswesen überrepräsentiert und daher einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt, für Corona-infizierte Männer dagegen bestehe ein höheres Risiko, stationär behandelt werden zu müssen.

    Problembereich Führungspositionen

    Der Studie zufolge besteht die grösste Ungleichheit zwischen Männern und Frauen weiterhin im Bereich Führungspositionen. Trotz grosser Fortschritte seit 2010 gebe es weiter deutlich weniger Frauen an den Schalthebeln in Politik und Wirtschaft. In den anderen fünf untersuchten Bereichen (Arbeit, Geld, Zeit, Wissen und Gesundheit) gehe es auch nur langsam voran. Während der Corona-Pandemie seien besonders die Ungleichheiten bei der unbezahlten Arbeit für Haushalt, Kinder und häusliche Pflege verstärkt worden.

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