Erste russische Stadt hat kein Benzin mehr
In Russland mangelt es an Benzin, in einer Stadt ist es gar komplett ausgegangen. Jüngere Russen dürften darunter deutlich mehr leiden.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine russische Stadt hat kein Benzin mehr.
- In vielen anderen Städten bilden sich vor Tankstellen lange Schlangen.
- Die Beliebtheit von Wladimir Putin leidet darunter.
Seit Tagen leidet Russland unter Benzinmangel. Die Ukraine greift gezielt Raffinerien an und beschädigt diese mit Drohnen stark. Viele müssen wegen der Reparaturen die Kapazitäten reduzieren oder ganz herunterfahren. Das zeigt sich an den Tankstellen.
Vielerorts wurden die Abgabemengen stark reduziert, es bilden sich lange Schlangen. Alyona Sadovnikova aus Sibirien erzählt der «New York Times», dass sie 18 Stunden lang habe anstehen müssen.
Bereits Mitte Juni sei sie an einer Tankstelle abgewiesen worden, weil sie keinen Rationsgutschein hatte. «Ich war entsetzt. Sind wir etwa in der Sowjetunion?»
Noch schlimmer trifft es die Bewohner von Noworossijsk, einer Stadt mit 240’000 Menschen in Südrussland. Die Verwaltung teilte am Freitag mit, dass «derzeit kein Benzin an den Tankstellen verfügbar ist». Einzig Diesel könne an einigen Orten noch gekauft werden.
Schon seit einigen Tagen mangelt es dort an Treibstoff. Die Stadt führte deshalb eine Online-Karte ein, auf der angezeigt wurde, welche Tankstellen noch Benzin haben. Einige leuchten nach wie vor grün auf. Das Benzin wird aber nur an Angestellte systemrelevanter Betriebe verkauft.
Boris Nadezhdin, ein 63-jähriger russischer Oppositionspolitiker, sagt der NYT, dass der Mangel vor allem für die Jüngeren ein Problem sei. Die älteren Generationen hätten bereits in der Sowjetunion und während deren Fall leere Gestelle in den Läden erlebt. «Aber für Leute in ihren Zwanzigern oder Dreissigern ist das ein kompletter Schock.»
Russland importiert Öl aus Indien
Und das zeigt sich auch in der Beliebtheit von Wladimir Putin. Mehrere Umfrageinstitute, darunter auch staatliche, melden, dass der Kremlchef seit Beginn des Ukraine-Krieges nie unbeliebter war.
Der russische Machthaber scheint sich dessen bewusst zu sein: Er gestand die Versorgungsschwierigkeiten öffentlich ein, es gab eine Krisensitzung. Russland hat gemäss Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sogar begonnen, Öl aus Indien zu importieren.
Die Ukraine dürfte sich über den Mangel freuen: Mit den Angriffen auf die Ölinfrastruktur hat sie diesen verursacht. Und so den Krieg nach Russland getragen. Die meisten russischen Bürgerinnen und Bürger spüren nun die Folgen davon.





















