Vom 29. April bis 17. Mai müssen in der Türkei alle Betriebe schliessen, die keine Ausnahmegenehmigung haben.
Türkischer Präsident Erdogan
ARCHIV - 18.03.2020, Türkei, Ankara: Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, spricht während einer Pressekonferenz. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Türkei verschärft die Massnahmen wegen hoher Corona-Fallzahlen weiter.
  • Vom 29. April bis 17. Mai dürfen Betriebe nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung öffnen.

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen mehr als zweiwöchigen Lockdown angekündigt. Vom 29. April bis 17. Mai müssen alle Betriebe schliessen, die keine Ausnahmegenehmigung haben, wie Erdogan am Montag in Ankara sagte. Die Ausnahmen würden noch vom Innenministerium bekannt gegeben. Reisen zwischen Städten seien nur mit Genehmigung möglich.

Die Türkei hatte wegen stark steigender Fallzahlen die Corona-Restriktionen bereits zu Beginn des Fastenmonats Mitte April weiter verschärft. So mussten etwa Cafés und Restaurants schliessen und auf Lieferservice umstellen. Zudem bestehen nächtliche Ausgangssperren.

Vor allem in Istanbul hohe Fallzahlen

Die Fallzahlen sind vor allem in der Millionenmetropole Istanbul extrem hoch. Das Gesundheitsministerium teilte am Montag mit, die Sieben-Tage-Inzidenz liege dort bei rund 850 Fällen pro 100'000 Einwohner. Auch die westtürkische Provinz Canakkale ist stark betroffen.

Am Sonntag lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen bei rund 38 600 Fällen und damit niedriger als die Tage zuvor. An einem Tag starben 347 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Das Land hat rund 84 Millionen Einwohner.

Die Türkei hatte ihre Impfkampagne Mitte Januar begonnen und lässt vor allem das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac spritzen. Inzwischen sind auch 4,5 Millionen Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer verfügbar. Der russischen Impfstoff Sputnik V soll bald in der Türkei produziert werden. Die Bundesregierung stuft die Türkei als Corona-Hochinzidenzgebiet ein.

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