Bundesrat

Deutschland: Entlastungsprämie scheitert vorerst im Bundesrat

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Deutschland,

In Deutschland hat die Länderkammer Bundesrat eine geplante Prämie zur Entlastung der Arbeitnehmer von bis zu 1000 Euro (915 Franken) vorerst gestoppt.

merz
Der deutsche Kanzler Friedrich Merz. - keystone

Die Kammer der Bundesländer stimmte dem vom Parlament – dem Bundestag – bereits beschlossenen Gesetzentwurf überraschend nicht zu. Geplant war, dass Unternehmen ihren Beschäftigten den Betrag steuerfrei zahlen können. Endgültig gescheitert ist die Prämie damit nicht. Die Regierung kann dazu nun den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anrufen, um einen Kompromiss zu finden.

Die Schlappe trifft die Koalition aus christdemokratischer Union (CDU und CSU) und sozialdemokratischer SPD unter Kanzler Friedrich Merz ein gutes Jahr nach ihrem Amtsantritt in einer heiklen Phase. Die vergangenen Tage waren von heftigen Reibereien und gegenseitigen Mahnungen geprägt.

Erst am Vortag hatte Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) die weitreichenden Folgen des Iran-Kriegs in Zahlen gezeigt: Allein für 2027 sagt die jüngste Steuerschätzung für den Bund 10,1 Milliarden Euro weniger Einnahmen als erwartet voraus. Das ersehnte Wirtschaftswachstum bleibt aller Voraussicht nach vorerst aus, die Preise bleiben hoch.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten die nicht zu versteuernde Prämie in diesem Jahr und bis zum 30. Juni 2027 zahlen können. Zur Begründung heisst es im Entwurf, der Iran-Krieg habe massive wirtschaftliche Verwerfungen mit sich gebracht und werde für viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zunehmend zu einer grossen Belastung. Die Regierung hat dabei vor allem die hohen Energiepreise im Blick.

Die Kritik der Bundesländer entzündet sich vor allem an den Kosten der Prämie und deren Verteilung. Die von ihr verursachten Steuerausfälle müssten zu fast zwei Dritteln von Ländern und Kommunen getragen werden. Die zur Gegenfinanzierung vorgesehene Erhöhung der Tabaksteuer komme aber allein dem Bund zu, es gebe für Länder und Kommunen also keine Kompensation.

Aus Sicht der Länder ist dies ein weiteres Beispiel dafür, dass der Bund immer wieder Massnahmen beschliesst, die finanziell zulasten von Ländern und Kommunen gehen. Dies belastet deren schwierige Haushaltslage weiter. Die Länder fordern, dass der Bund grundsätzlich die Kosten übernimmt, die er mit seinen Beschlüssen ihnen und den Kommunen aufbürdet. Um eine solche Regelung ringen beide Seiten seit langem.

Kommentare

User #6241 (nicht angemeldet)

Olav, Annalena und Robert wo seid ihr?

User #1364 (nicht angemeldet)

Merz ratlos, warum er immer unbeliebter wird, obwohl er Deutsche ständig als faul bezeichnet und Arbeitnehmerrechte schleift

Weiterlesen

eishockey wm patrick fischer
50 Interaktionen
Nati-Coach Cadieux
Kerosin
69 Interaktionen
Heli teurer

MEHR IN NEWS

Hormus Calbee
Wegen Hormus-Blockade

MEHR BUNDESRAT

bundeshaus
1 Interaktionen
Bern
AKW Gösgen
33 Interaktionen
Gösgen & Co.
39 Interaktionen
Teurer & später

MEHR AUS DEUTSCHLAND

Katherina Reiche
10 Interaktionen
Berlin
Polizei Berlin
4 Interaktionen
Berlin
d
16 Interaktionen
Gefeiert
Fitzek
Berlin