Deutsche Regierung ebnet Weg für Bau neuer Gaskraftwerke
In Deutschland sollen in den kommenden Jahren neue Gaskraftwerke gebaut werden, um eine mögliche Lücke bei der Stromversorgung zu verhindern.

Die Regierung ebnete dafür den Weg – das Kabinett beschloss am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte in Berlin, damit solle Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet werden. «Erneuerbare Energien brauchen eine Lebensversicherung – und die heisst gesicherte Leistung.»
Mit den Plänen soll auch der bis 2038 geplante Kohleausstieg abgesichert werden. Die neuen Anlagen sollen spätestens 2031 zur Verfügung stehen.
Neue Gaskraftwerke sollen im Zuge des bis 2038 geplanten schrittweisen Kohleausstiegs die Versorgungssicherheit mit Strom gewährleisten und künftig als Backups einspringen – in «Dunkelflauten» mit einer geringen Erzeugung aus Solar- und Windenergie.
Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf 80 Prozent steigen. Im ersten Quartal 2026 lag der Anteil bei rund 53 Prozent. Aus Ministeriumskreisen hiess es, Szenariorechnungen etwa der Bundesnetzagentur zeigten, dass ab 2031 eine Versorgungslücke drohe, wenn keine Massnahmen ergriffen werden.
Geplant sind in den kommenden Jahren in mehreren Schritten Ausschreibungen für neue Kraftwerke. Ab Sommer 2026 sollen zunächst 11 Gigawatt neue Kapazitäten ausgeschrieben werden, wie es im Wirtschaftsministerium hiess. Diese müssen über einen Zeitraum von 15 Jahren verfügbar gehalten werden.
Für 9 Gigawatt dieser Ausschreibungsmenge sei vorgesehen, dass die Anlagen über einen längeren Zeitraum am Stück Strom bereitstellen könnten, um «Dunkelflauten» zuverlässig abzusichern. «Dies können insbesondere moderne und hocheffiziente Gaskraftwerke gewährleisten.»
Für neue Gaskraftwerke gilt laut Ministerium die Anforderung, dass diese in Zukunft auf Wasserstoffnutzung umgestellt werden können und nach 2045 vollständig treibhausgasneutral betrieben werden können.
Bis 2038 soll in Deutschland schrittweise die umweltschädliche Kohleverstromung beendet werden. Die letzten Kraftwerke sollen im Osten vom Netz gehen. Für das Rheinische Revier hatten sich die Regierung und der Energiekonzern RWE darauf geeinigt, den Kohleausstieg auf das Jahr 2030 vorzuziehen.














