Hormus-Engpass: Snackriese hat jetzt Schwarz-Weiss-Verpackungen
Der japanische Snack-Hersteller Calbee verkauft bald einige Produkte in schwarz-weisser Verpackung. Grund dafür sind Lieferengpässe in der Strasse von Hormus.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein japanischer Snack-Hersteller namens Calbee steigt auf Schwarz-Weiss-Verpackungen um.
- Der Grund dafür ist ein Lieferengpass eines Inhaltstoffs für Tinte.
- Ab Ende Mai werden 14 Produkte des Unternehmens mit der neuen Verpackung im Regal stehen.
Wer in Japan ab Ende Mai vor den Snack-Regalen im Supermarkt Halt macht, wird sich wundern. Das Angebot wird deutlich trister und liebloser erscheinen als bisher. Dies, weil Japans führender Snack-Hersteller Calbee auf Schwarz-Weiss-Verpackungen umsteigt.
Dafür verantwortlich sind nicht etwa ein Marketing-Gag oder unkreative Designer. Die neue Verpackung entsteht vielmehr notgedrungen.
Mit dem gewöhnungsbedürftigen Verpackungsdesign reagiert Calbee auf Gestörte Lieferketten.
Wie das Unternehmen am Dienstag in einer Mitteilung schreibt, sind insgesamt 14 Produkte betroffen. Die Produkte mit angepasster Verpackung seien voraussichtlich ab der Woche vom 25. Mai in den Supermarkt-Regalen.
Produktversorgung soll so sichergestellt werden
«Diese Massnahme soll dazu beitragen, eine stabile Produktversorgung aufrechtzuerhalten», heisst es in der Medienmitteilung. Calbee werde auch weiterhin flexibel und zeitnah auf Veränderungen im Geschäftsumfeld, einschliesslich geopolitischer Risiken, reagieren.
Durch die Blockade der Strasse von Hormus entstand ein Mangel bei einem Nebenprodukt der Ölraffination, dem sogenannten Naphtha.
Tinten-Inhaltsstoff kann nicht geliefert werden
Naphtha wird unter anderem für Tinte verwendet, wie «BBC» schreibt. Die asiatischen Naphtha-Preise hätten sich seit Kriegsbeginn fast verdoppelt, was die Kosten von Unternehmen wie Calbee in die Höhe treibe.
Vor dem Krieg stammten rund 40 Prozent des japanischen Naphtha aus dem Nahen Osten, sagte der stellvertretende Chefkabinettssekretär am Dienstag.
Die Regierung arbeite daran, «etwaige Versorgungsungleichgewichte und Engpässe zu stabilisieren und zu beheben», fügte er hinzu.
Andere asiatische Unternehmen von Lieferengpässen betroffen
Auch andere asiatische Unternehmen mussten ihr Angebot bereits anpassen. Anfang Mai hatte der Lebensmittelhersteller Mizkan den Verkauf einiger Produkte unterbrochen und die Preise für andere erhöht. Dies, aufgrund eines Mangels an Polystyrolbehältern, so «BBC».
Automobilhersteller wie Toyota und Hyundai haben derweil erklärt, dass ihre Gewinne aufgrund höherer Materialkosten und geringerer Verkaufszahlen zurückgegangen sind.

















