«Brüderliches Klima»: Kardinalsversammlung im Vatikan zu Ende
Die zweitägige Kardinalsversammlung im Vatikan ist zu Ende. Nach den Beratungen feierte der Papst eine Messe im Petersdom.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Tage lang diskutierten die Kardinäle und der Papst über eine neue Verfassung.
- Nun ist die Versammlung mit einer Messe im Petersdom beendet worden.
- Am Montag kam es zu Demonstrationen von Frauen, die eine stärkere Einbindung forderten.
Im Vatikan ist die zweitägige Kardinalsversammlung mit den Beratungen zur neuen Verfassung des Kirchenstaates zu Ende gegangen. Papst Franziskus und fast 200 Kardinäle, Vertreter der Ostkirchen sowie Spitzen des Staatssekretariats hatten am Montag und Dienstag über die Reform namens «Praedicate Evangelium» diskutiert. Die Gespräche seien in «brüderlichem Klima» verlaufen, teilte der Heilige Stuhl nach den insgesamt drei Sitzungen am Dienstagabend mit.
Nach den Beratungen feierte der Papst dann noch eine Messe im Petersdom, unter anderem mit den neuen Kardinälen, die der 85-Jährige erst am Samstag in das Kardinalsgremium aufgenommen hatte.

Die Reform der Kurienverfassung, deren offizielle deutsche Übersetzung seit Dienstag auf der Vatikan-Homepage abrufbar ist, war das zentrale Thema der Vollversammlung im Vatikan. Dabei wurde sowohl in kleineren Runden je nach Sprachgruppen gesprochen als auch im ganzen Plenum. Teilnehmer berichteten von konstruktiven und angenehmen Sitzungen. In der letzten Session am Dienstagnachmittag ging es auch um die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2025.
Ein zentraler Punkt der neuen Verfassung ist die Möglichkeit, künftig auch Laien und Frauen an die Spitze der Behörden des Kirchenstaates, die Dikasterien, zu setzen. Das war bislang Kardinälen vorbehalten.
Proteste für Frauen für mehr Einbindung in Kirche
Am Montag hatten einige Frauen neben der Petersbasilika protestiert und sich für eine stärkere Einbindung von Frauen in der Kirche stark gemacht. Sie stellten sich auch in der Nähe des Eingangs für die Kardinäle auf und zeigten rote Schirme mit Slogans wie «Reform bedeutet Frauen» oder «Mehr als die Hälfte der Kirche».

Die Polizei nahm die Demonstrantinnen fest und führte sie auf eine nahe gelegene Wache. Sie konnten erst nach mehr als vier Stunden wieder gehen, wie Women's Ordination Worldwide mitteilte. Die Organisation kritisierte, dass keine Frau zu den Gesprächen eingeladen war, obwohl mehr als die Hälfte der Katholiken weltweit Frauen seien.















