«Plan B hätte schon vor einer ganzen Weile eingeführt werden sollen», sagt der britische Gesundheitsexperte Azeem Majeed.
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Der britische Premierminister Boris Johnson an der Downing Street. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Boris Johnsons Regierung sieht bisher keinen Anlass für eine Verschärfung der Massnahmen.
  • Die britische Regierung ist nur für die Corona-Massnahmen in England zuständig.

Der britische Gesundheitsexperte Azeem Majeed hat die laxe Corona-Politik seiner Regierung kritisiert. «Plan B hätte schon vor einer ganzen Weile eingeführt werden sollen», sagte der Mediziner vom Imperial College London der Deutschen Presse-Agentur. Der so bezeichnete Massnahmenkatalog sieht eine Maskenpflicht in Innenräumen, Impfnachweise für Grossveranstaltungen sowie die Empfehlung, von zuhause zu arbeiten, vor. Trotz einer Inzidenz, die seit Wochen um die 400 liegt, sieht Regierungschef Johnson bislang aber keinen Anlass für eine Verschärfung der Massnahmen.

Von der Impfquote her ist die britische Situation mit der deutschen vergleichbar: Knapp 69 Prozent der Bevölkerung sind doppelt geimpft, mit den Booster-Impfungen geht es schleppend voran. Die britische Regierung ist nur für die Corona-Massnahmen in England zuständig. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre Pandemie-Massnahmen und gehen etwas strenger vor.

Johnson vor einigen Tagen vor der jüngsten Corona-Welle, die den Kontinent überrolle und von der noch niemand wisse, ob sie auch über die englische Küste schwappen werde. «Das ist etwas irreführend», sagte Majeed dazu. «Seit Juli hatten wir nie weniger als rund 30'000 Fälle pro Tag.» Erst kürzlich wurde Grossbritannien von Ländern mit noch höheren Corona-Raten überholt. Zuletzt zählte man meist 40'000 bis 50'000 Fälle pro Tag.

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